Gruppe D von

WM 2014: Team-Check Costa Rica

Ein sympathisches Team, ein paar starke Spieler, aber vor allem eine Hammer-Gruppe

Hymnen-Aufstellung von Costa Rica © Bild: EZEQUIEL BECERRA/AFP/Getty Images

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Costa Rica.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

COSTA RICA

Steckbrief

Verband: Federacion Costarricense de Futbol
WM-Teilnahmen: 3 - zuletzt 2006
Erfolge: Achtelfinale 1990
Teamchef: Jorge Luis Pinto

Die Qualifikation

2002 und 2006 fuhr ein costa-ricanisches Team zur WM, 2010 machte das Interkontinental-Playoff gegen den späteren Halbfinalisten Uruguay allen Träumen den Garaus. Vier Jahre später sind „Los Ticos“ wieder dort, wo sie sein wollen – bei einer Endrunde. Dass es mit der Qualifikation so problemlos geklappt hat, ist auch den schwächelnden Mexikanern zu verdanken. Der Abonnent auf ein WM-Ticket besiegte Costa Rica zwar in beiden Spielen von Quali-Runde drei, ließ in Folge aber gewaltig nach. So konnte die Truppe von Teamchef Jorge Luis Pinto hinter den Vereinigten Staaten Platz zwei belegen und sich im letzten Gruppenspiel an Mexiko rächen. Der 2:1-Sieg in San Jose wäre der Gnadenstoß für Chicharito und Co. gewesen, hätten nicht die USA gegen den Playoff-Konkurrenten Panama 3:2 gewonnen und Mexiko noch gerettet. Costa Rica, für die Alvaro Saborio acht Tore in der Quali erzielte, war zu der Zeit schon längst qualifiziert.

Der Superstar

Bryan Ruiz für Costa Rica
© Julian Finney/Getty Images

Wer sich noch an die gute alte Zeit erinnert, als Marc Janko bei Twente Enschede Tor um Tor schoss, anstatt sich in Trabzon den Hintern auf der Bank wundzusitzen, der erinnert sich vielleicht noch an den schlaksigen Langhaarträger an seiner Seite. Dabei handelte es sich um Bryan Ruiz , seines Zeichens costa-ricanischer Teamkapitän. Als 18-Jähriger durfte der Angreifer im Jahr 2004 gleich einen ersten großen Titel bejubeln. Mit LD Alajuelense holte er den CONCACAF Champions Cup, das nord- und mittelamerikanische Gegenstück zu unserer Champions League. Im Finale wurde mit Titelverteidiger CD Saprissa übrigens ein weiterer costa-ricanischer Club besiegt. Ruiz blieb noch bis 2006 bei seinem Heimatverein, ehe in der Ruf aus Europa ereilte. Drei Saisonen spielte er für Gent in Belgien, ehe er in die Niederlande wechselte. Bei Twente feierte der heute 28-Jährige, der zuletzt beim FC Fulham unter Vertrag stehend an PSV Eindhoven ausgeliehen war, weitere große Erfolge. 2010 steuerte er 24 Tore zum Meistertitel bei, 2011 gewann er den niederländischen Cup und Supercup. Das 2:1 gegen Ajax im Johan-Cruijff-Schaal war der letzte große Auftritt von Ruiz, der sich mit dem sehenswerten Sieg-Treffer verabschiedete. Das Tor zum 1:0 erzielte…richtig: Marc Janko. Ach, das waren noch Zeiten!

Der Kader

PositionNameVerein
TorKeylor NavasUD Levante)
-Patrick PembertonLD Alajuelense
-Daniel CambroneroCS Herediano
AbwehrGiancarlo GonzalezColumbus Crew
-Johnny AcostaLD Alajuelense
-Michael UmanaDeportivo Saprissa
-Roy MillerNew York Red Bulls
-Christian GamboaRosenborg Trondheim
-Oscar DuarteClub Brügge
-Heiner MoraDeportivo Saprissa
-Junior DíazMainz 05
-Waylon FrancisColumbus Crew
MittelfeldYeltsin TejedaDeportivo Saprissa
-Celso BorgesAIK Stockholm
-Jose Miguel CuberoCS Herediano
-Michael BarrantesAalesunds FK
-Oscar GranadosCS Herediano
-Christian BolanosFC Kopenhagen
-Diego CalvoValerenga Oslo
AngriffRandall BrenesCS Cartaginés
-Marco UrenaKuban Krasnodar
-Bryan RuizPSV Eindhoven
-Joel CampbellOlympiakos Piräus


Vergessene Legenden

Bora Milutinovic beim Interview
© VANDERLEI ALMEIDA/AFP/Getty Images

Warum wir bei costa-ricanischen Legenden mit einem Serben aufwarten? Weil es an der Zeit ist, auch einmal die Trainer in den Vordergrund zu stellen. Und der bekannteste ehemalige Teamchef Costa Ricas ist nun mal Bora Milutinovic . Der heute fast 70-Jährige ist der neben Carlos Alberto Perreira der einzige Trainer, der mit fünf verschiedenen Nationalteams an einer WM teilgenommen hat. Nummer zwei in Milutinovics persönlicher Liste waren eben „Los Ticos“, mit denen er 1990 nicht nur erstmals ein Endrunden-Ticket löste, sondern auch sensationell das Achtelfinale erreichte. Zur Erinnerung - dem stark eingeschätzten Österreich (ja, wir waren in Italien dabei) gelang dies nicht. Ein Vorrunden-Aus war Milutinovic ohnehin nur mit China 2002 beschieden, weswegen ihm zurecht der Beiname „Miracle Worker“ verliehen wurde. Wer weiß, unter welchem Namen wir ihn rufen würden, wäre dem ehemaligen Mittelfeldspieler dieses Kunststück auch bei seinen letzten drei Teamchef-Stationen in Honduras, Jamaica und dem Irak gelungen.


Die Chancen

Jose Luis Pintos Team hätte durchaus Potenzial, zu überraschen. Mit Levante-Keeper Keylor Navas steht ein Weltklasse-Mann im Tor, einige Legionäre verstärken den Kader aus gestandenen Fußballern der heimischen Liga und das Angriffs-Gespann Ruiz-Joel-Campbell ist ebenso kein schlechtes. Allerdings, und jetzt kommt der Haken, in einer Gruppe mit drei ehemaligen Weltmeistern reicht das nicht aus.

NEWS.AT-Tipp

Costa Rica wird es Italien, Uruguay und England nicht leicht machen, aber frühzeitig die Heimreise von Süd- nach Mittelamerika antreten.

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