Gruppe B von

WM 2014: Team-Check Chile

Eine "Goldene Genaration" versucht zu glänzen, hat aber große Hürden zu nehmen

Teamfoto Chile © Bild: GEPA pictures/ Witters/ Tim Groothuis

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Chile.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

CHILE

Steckbrief

Verband: Federacion de Futbol de Chile
WM-Teilnahmen: 8 - zuletzt 2010
Erfolge: Dritter Platz 1962
Teamchef: Jorge Sampaoli

Die Qualifikation

Sechs Niederlagen nach elf Spielen ließen eine WM-Teilnahme Chiles im Frühling des Vorjahres in weite Ferne rücken, ein beeindruckendes Finish mit fünf Siegen aus den letzten sechs Partien später bog aber alles wieder rechtzeitig zurecht. Als Dritter hinter Argentinien und Kolumbien löste "La Roja", wie die Nationalmannschaft aufgrund ihrer traditionellen Dressenfarbe genannt wird, letztlich das Ticket für Brasilien. Vorentscheidend war ein klarer 3:0-Sieg gegen Venezuela, durch den man den direkten Konkurrenten auf Distanz hielt. Aus der intensiven und ausgeglichenen Qualifikation bleiben somit viele positive Erinnerungen aber auch negative Momente, wie je vier Gegentore bei den Gastspielen in Argentinien und Uruguay, hängen.

Der Superstar

Arturo Vidal im Chile-Dress
© GEPA pictures/ Witters/ Matthias Hangst

Es ist vor der WM das Thema in Chile: WirdArturo Vidal rechtzeitig fit oder nicht? Nach dessen Knie-Operation Anfang Mai schaltete sich selbst die chilenische Präsidentin ein. "Wir wollen alle, dass Vidal spielt", sagte Michelle Bachelet. "Wir wünschen ihm alle eine schnelle Genesung." Dass die Südamerikaner auf den 26-Jährigen von Juventus Turin angewiesen sind, steht außer Frage. Er ist der Chef im Mittelfeld, Antreiber, Ideengeber und Vollstrecker (Fünf Tore in der Quali) in Personalunion. Wie sich Vidals Fehlen auf seine Mannschaft auswirkt , musste zuletzt Juventus Turin, für die der ehemalige Leverkusener in dieser Saison elf Tore und sechs Assists beisteuerte, im Halbfinal-Hinspiel bei Benfica schmerzhaft erkennen. "Ich werde alles geben, um bei meinen Teamkollegen in Brasilien sein zu können! Auf, Chile!", verkündete Vidal selbst via Twitter nach dem operativen Eingriff. Zum Wohle der fußballverrückten Nation kann man dem nur beipflichten.

Der Kader

PositionNameVerein
TorClaudio BravoReal Sociedad
-Johnny HerreraUniversidad de Chile
-Cristopher ToselliUniversidad Catolica
AbwehrJose RojasUniversidad de Chile
-Miiko AlbornozMalmö FF
-Eugenio MenaFC Santos
-Gonzalo JaraNottingham Forest
-Gary MedelCardiff
MittelfeldArturo VidalJuventus Turin
-Mauricio IslaJuventus Turin
-Marcelo DiazFC Basel
-Francisco SilvaOsasuna
-Jose Pedro FuenzalidaColo Colo
-Carlos CarmonaAtalanta Bergamo
-Felipe GutierrezTwente Enschede
-Jean BeausejourWigan
-Charles AranguizSC Internacional
AngriffAlexis SanchezFC Barcelona
-Eduardo VargasFC Valencia
-Jorge ValdiviaPalmeiras
-Mauricio PinillaCagliari
-Esteban ParedesColo Colo
-Fabian OrellanaCelta Vigo

Trainer Jorge Sampaoli setzt bei seinem 23-köpfigen WM-Kader wie erwartet auch auf den noch rekonvaleszenten Arturo Vidal. Der Mittelfeldantreiber vom italienischen Meister Juventus Turin hatte sich nach dem vorzeitigen Titelgewinn in der Serie A am Meniskus operieren lassen. Ob er rechtzeitig zum ersten Spiel der "Roja" fit sein wird, ist weiterhin offen.

Vergessene Legenden

Francisco Rojas im Sturm-Dress
© GEPA pictures/ Guenther Floeck

Wir schreiben die WM 1998, im Kader Chiles stand neben Kapazundern wie Marcelo Salas oder Ivan Zamorano auch ein 1,67-Meter großer Linksverteidiger, dessen Vorstöße in Erinnerung bleiben sollten. Drei Jahre nach dem Duell mit Österreich landete nämlich besagter Francisco Rojas in der Alpenrepublik und verstärkte vier Jahre lang den SK Sturm. 103 Bundesliga-Spiele und starke 13 Tore brachten dem Südamerikaner viele Sympathien bei den kritischen Grazer Fans. Diese hatten leider nicht die Möglichkeit, den 32-fachen Teamspieler in einer völlig anderen Rolle zu sehen. Im Jahr 2012 zog sich Rojas vom aktiven Fußball zurück und nahm an der Reality-Show "Mundos Opuestos" (Entgegengesetzte Welten) teil. Dort musste "Murci", wie der Flügelflitzer genannt wird, mit seinem Team entweder in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft leben. Wer den Wechsel von einer chilenischen Hafenstadt in die Mur-Metropole meistert, sollte keine Probleme haben, in neue Welten einzutauchen. Gereicht hat es dennoch nicht - Rojas schied nach 19 Tagen aus.

Die Chancen

"Ich halte Chile für einen Geheimfavoriten", lässt Rapid-Spieler Brian Behrendt, der während der WM als Experte für NEWS.AT fungiert, vorab wissen und steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Viele sprechen angesichts der vielen starken Spieler im Kader von Teamchef Jorge Sampaoli von einer Goldenen Generation. Arturo Vidal, Alexis Sanchez, Mauricio Isla und Gary Medel sind alle Mitte 20 und mit Fähigkeiten ausgerüstet, jeden Gegner vor Schwierigkeiten zu stellen. Deutschland, das beim 1:0-Testspielsieg Anfang März phasenweise an die Wand gespielt wurde, kann davon ein Lied singen. Allerdings braucht es für derartige Leistungen einen fitten Vidal. Siehe oben.

NEWS.AT-Tipp

Das Potenzial zu überraschen ist auf jeden Fall vorhanden, allerdings meinte es die Auslosung mit den Chilenen nicht gut. Spanien und die Niederlande sind letztlich zu stark und werden sich durchsetzen.

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