Gruppe B von

WM 2014: Team-Check Australien

"Team im fremden Verband" hat sich erneut qualifiziert und damit schon alles erreicht

Australien Teamfoto © Bild: Jamie McDonald/Getty Images

In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Australien.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

AUSTRALIEN

Steckbrief

Verband: Football Federation Australia
WM-Teilnahmen: 3 - zuletzt 2010
Erfolge: Achtelfinale 2006
Teamchef: Ange Postecoglou

Die Qualifikation

Zum zweiten Mal in Folge nahm Australien als Mitglied des asiatischen Verbands (AFC) an einer WM-Qualifikation teil, zum zweiten Mal in Folge sicherten sich die "Socceroos" einen der begehrten Plätze. Von insgesamt 14 Spielen gingen nur zwei (0:1 im Oman, 1:2 in Jordanien) verloren, gegen den stärksten Quali-Gegner Japan konnte zwei Mal ein Unentschieden erreicht werden. Trotz der erfolgreichen Qualifikation trennte sich der australische Verband Ende Oktober von Teamchef Holger Osieck. Der Deutsche bekam die Quittung für zwei klare 0:6-Niederlagen gegen Brasilien und Frankreich. Somit führt nun mit Ex-Brisbane-Roar-Coach Ange Postecoglou erstmals seit 1974 wieder ein Australier sein Heimatland zur WM.

Der Superstar

Tim Cahill im Dress Australiens
© Jamie McDonald/Getty Images

Hätte die FIFA 2004 nicht ihre Statuten geändert, wäre Tim Cahill wohl ewig eine Teamkarriere abseits sämtlichen Rampenlichts beschieden gewesen. Nachdem der offensive Mittelfeldspieler 1994 zwei Partien für die U20-Auswahl von Samoa (damals Westsamoa) bestritten hatte, war er bis zur Regelreform für keine andere Nation spielberechtigt. Mit der Erlaubnis, für Australien aufzulaufen, begann für den in Sydney geborenen Sohn einer samoanischen Mutter und eines Engländers irischer Herkunft (Alles klar soweit?) allerdings eine außergewöhnliche Karriere. Der langjährige England-Legionär - 217 Spiele für Millwall, 226 Partien für Everton - krönte sich gleich 2004 zum Ozeanienmeister und nahm zwei Jahre später an seiner ersten WM teil. In Deutschland wurde er im Spiel gegen Japan zum ersten Endrunden-Torschützen Australiens und zugleich als "Man of the match" ausgezeichnet. Erst im Achtelfinale war für Cahill und Co. gegen den späteren Weltmeister Italien Endstation. 2014 startet der 34-Jährige, mittlerweile Rekord-Torschütze seines Landes und bei den New York Red Bulls unter Vertrag, in seine dritte WM und will dort weiter an seinem Legendenstatus schrauben.

Der Kader

PositionNameVerein
TorMatthew RyanFC Brügge
-Mitchell LangerakBorussia Dortmund
-Eugene GalekovicAdelaide United
AbwehrIvan FranjicBrisbane Roar
-Matthew SpiranovicWestern Sydney Wanderers
-Bailey WrightPreston North End
-Jason DavidsonHeracles Almelo
-Alex WilkinsonJeonbuk Motors
-Ryan McGowanShandong Luneng
MittelfeldMile JedinakCrystal Palace
-Mark MilliganMelbourne Victory
-James HollandAustria Wien
-Massimo LuongoSwindon Town
-Oliver BozanicFC Luzern
-Matt McKayBrisbane Roar
-Tommy OarFC Utrecht
-Mark BrescianoAl Gharafa
-Tim CahillNew York Red Bulls
AngriffDario VidosicFC Sion
-James TroisiMelbourne Victory
-Ben HalloranFortuna Düsseldorf
-Adam TaggartNewcastle Jets
-Matthew LeckieFSV Frankfurt

James Holland hat den Sprung zur Fußball-WM in Brasilien geschafft. Der Mittelfeldspieler der Wiener Austria ist von Teamchef Ange Postecoglou in den endgültigen 23-Mann-Kader Australiens einberufen worden.

Vergessene Legenden

Mark Schwarzer beim Training für Australien
© Matt King/Getty Images

Was Tim Cahill für das Offensiv-Spiel Australiens ist, stellt Mark Schwarzer für die Defensive dar. Im Unterschied zum Rekord-Torschützen hat sich der Rekord-Teamspieler (109 Caps) jedoch bereits aus der Nationalelf verabschiedet. Angesichts seiner 41 Jahre ist das allerdings verständlich - da reicht es eben nur noch hie und da für ein Debüt in der Champions League, wie im Halbfinale gegen Atletico Madrid oder einen Einsatz im Liga-Finish, um den FC Liverpool vom Titelgewinn abzuhalten. Ja - der FC Chelsea setzt noch auf die Dienste des Veteranen, der Mitte der 90er Jahre bei Dynamo Dresden und dem 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag stand. Diese Engagements in der Bundesliga waren auch Resultat der doppelten Staatsbürgerschaft und der deutschen Abstammung. Zwar wurde Schwarzer in der Heimat seiner Eltern nicht glücklich, einige Tugenden wie etwa seine Ruhe mit dem Hang zur Emotionslosigkeit blieben ihm jedoch Zeit seiner Karriere erhalten. Als Beispiel dafür sei nur auf den Elfmeter-Krimi im entscheidenden WM-Quali-Playoff 2006 gegen Uruguay verwiesen.

Die Chancen

Nicht nur der Abschied von Schwarzer ist ein Indiz für die Verjüngungskur, die im australischen Nationalteam vollzogen wird. Neo-Teamchef Postecoglou soll, mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet, die Rejuvenation vorantreiben. Angesichts fehlender starker Legionäre vergangener Tage a la Harry Kewell oder Mark Viduka setzt daher niemand auf eine Überraschung der Kicker von "down under". Vielleicht ist aber genau das ihre große Chance.

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