Gruppe A von

WM 2014: Team-Check Mexiko

Gold-Cup-Sieger 2011, Olympiasieger 2012 - und doch nur krasser Außenseiter

Mexiko jubelt gegen Nigeria © Bild: GEPA pictures/ USA TODAY Sports Images/ Thomas Campbell

Die Uhr tickt. In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Mexiko.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

MEXIKO

Steckbrief

Verband: FEMEXFUT (Federacion Mexicana de Futbol Asociacion)
WM-Teilnahmen: 14 - zuletzt 2010
Erfolge: 2x Viertelfinale (1970, 1986)
Teamchef: Miguel Herrera

Die Qualifikation

In der dritten Qualifikations-Vorrunde des mittelamerikanischen Verbandes CONCACAF mit sechs Siegen aus sechs Spielen noch souverän, mussten die Mexikaner in der entscheidenden Gruppenphase gehörig zittern und verschlissen 2013 gleich drei Teamchefs. Fünf Remis aus den ersten sechs Spielen und Niederlagen gegen Honduras und die USA bedingten, dass die ersten Plätze, die zur fixen WM-Qualifikation führen, schnell außer Reichweite waren. Somit kämpfte der Olympiasieger 2012 und Confederations-Cup-Teilnehmer 2013 bis zum Schluss mit "Fußballzwerg" Panama um den vierten Gruppenrang und erlebte dann ein kleines Fußball-Wunder. Erst zwei Tore der USA in der Nachspielzeit (!) brachten Panama nach 2:1-Führung um den Sieg und den verdienten Playoff-Platz. Mexiko selbst sah nach einer Niederlage im entscheidenden Spiel in Costa Rica eigentlich schon alles verloren. Von dieser zweiten Chance beseelt, ließ "El Tri" im interkontinentalen Playoff gegen Neuseeland jedoch nichts anbrennen, siegte zweimal klar 5:1 und 4:2 und buchte auf den letzten Drücker das Ticket für Brasilien.

Der Superstar

Chicharito im Mexiko-Dress
© GEPA pictures/ USA TODAY Sports Images/ Thomas Campbell

Die Hoffnungen Mexikos ruhen auf einem, der eigentlich eine Saison zum Vergessen hinter sich hat - Javier Hernandez. "Chicharito" (kleine Erbse), wie der 25-Jährige in Anlehnung an seinen Vater - der Ex-Teamspieler war wegen seiner grünen Augen als "Chicharo" (Erbse) bekannt - genannt wird, kam in dieser Spielzeit auf 24 Premier-League-Einsätze für Manchester United. Lediglich sechs davon allerdings von Beginn an. Unglaublich, dass sich der Stürmer im Old Trafford nicht durchsetzen kann, sieht man sich die Statistiken im Dress des Nationalteams an. Mit 35 Toren in 57 Länderspielen liegt "Chicharito" in der mexikanischen Allzeit-Liste nur hinter Jared Borgetti (46 Tore) und Cuauhtemoc Blanco (39). "Er hatte das Pech, nicht viel zu spielen", weiß auch Teamchef Herrera um die Problematik bei seinem Star, "mit gutem Training wird er aber hoffentlich seine Form zurückbekommen."

Der Kader

PositionNameTeam
TorJesus CoronaCruz Azul
-Guillermo OchoaAjaccio
-Alfredo TalaveraToluca
AbwehrPaul AguilarAmerica
-Miguel LayunAmerica
-Francisco "Maza" RodriguezLeon
-Hector MorenoEspanyol Barcelona
-Andres GuardadoBayer Leverkusen
-Diego ReyesFC Porto
-Carlos SalcidoTigres
MittelfeldCarlos PenaLeon
-Javier AquinoVillarreal
-Miguel Angel PonceToluca
-Hector HerreraFC Porto
-Isaac BrizuelaToluca
-Jose Juan VazquezLeon
-Marco FabianCruz Azul
AngriffOribe PeraltaSantos Laguna
-Javier "Chicharito" HernandezManchester United
-Raul JimenezAmerica
-Giovani Dos SantosVillarreal
-Alan PulidoTigres

Nicht im Kader scheint Ex-Arsenal-Legionär und Real-Sociedad-Star Carlos Vela auf. Der 25-Jährige verzichtete allerdings selbst auf eine Teilnahme, da er "mental und emotional nicht zu 100 Prozent bereit" sei.

Vergessene Legenden

Cuauhtemoc Blanco im Mexiko-Dress
© Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images

Natürlich sollte bei dem Wort Legende in Verbindung mit Mexiko eigentlich nur Hugo Sanchez stehen. Der Ausnahmestürmer mit Vergangenheit bei Real Madrid und FC Linz (immer noch unglaublich!) ist ob seiner Tore und Auszeichnungen aber eigentlich nie vergessen. Deshalb haben wir uns für jemanden aus der jüngeren mexikanischen Vergangenheit entschieden. Cuauhtemoc Blanco lief insgesamt 121 Mal für "La Verde" (Die Grüne), wie die Auswahl in Anlehnung an ihre Dressen auch genannt wird, auf und erzielte dabei 39 Tore. Beides macht ihn aber noch nicht zum Rekordhalter und schon gar nicht zur Legende. Viel mehr Eindruck schafft da schon seine Elfmeter-Statistik (56 von 58 verwandelt), sein Torjubel, der an den alten Azteken-Herrscher Cuauhtemoc erinnern sollte oder auch sein "Special-Move". Den Ball zwischen die Beine geklemmt durch zwei Gegenspieler springend sorgte der Angreifer für eine der Bild-Ikonen der WM-Geschichte. Die Aktion sorgte für so viel Aufsehen, dass sie einen eigenen Namen verliehen bekam - Cuauhtemina!

Die Chancen

Stars aus einer starken heimischen Liga, Eingespieltheit durch wochenlanges Training und Einzelspieler mit dem gewissen Extra. Mexiko hatte die letzten Jahre über eigentlich alles, um bei einer WM zu überraschen und ist stets früh gescheitert. Angesichts der problematischen Qualifikation und interner Querelen ist es nur schwer vorstellbar, dass ausgerechnet in diesem Jahr der große Knoten platzen wird. Die starke Gruppe A trägt ihr weiteres dazu bei, dass Kapitän Rafa Marquez und Co. nur als Außenseiter gesehen werden können.

NEWS.AT-Tipp

Gelingt im Auftaktspiel gegen Kamerun ein Sieg, könnte das die Mannschaft entscheidend beflügeln. Ansonsten deutet alles auf ein Aus in der Vorrunde hin.

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