Gruppe A von

WM 2014: Team-Check Kroatien

Die junge Nation tritt zu ihrer vierten WM an und träumt von alten Höhenflügen

Kroatien Team-Foto © Bild: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Die Uhr tickt. In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Um sich auf das Sportereignis des Jahres gebührend einzustimmen, stellt NEWS.AT jeden Tag einen WM-Teilnehmer im Porträt vor. Alle Erfolge, Stars und die Aussichten bei der Endrunde im Check. Heute: Kroatien.

Gruppe A: Brasilien - Kroatien - Mexiko - Kamerun

Gruppe B: Spanien - Niederlande - Chile - Australien

Gruppe C: Kolumbien - Griechenland - Elfenbeinküste - Japan

Gruppe D: Uruguay - Costa Rica - England - Italien

Gruppe E: Schweiz - Ecuador - Frankreich - Honduras

Gruppe F: Argentinien - Bosnien und Herzegowina - Iran - Nigeria

Gruppe G: Deutschland - Portugal - Ghana - USA

Gruppe H: Belgien - Algerien - Russland - Südkorea

KROATIEN

Steckbrief

Verband: Hrvatski nogometni savez
WM-Teilnahmen: 3 - zuletzt 2006
Erfolge: Dritter Platz 1998
Teamchef: Niko Kovac

Die Qualifikation

Alles andere als ruhig verlief die Gruppenphase der WM-Qualifikation für die "Karierten", wie das Team aufgrund ihrer traditionellen Dressen genannt wird. Nach gutem Beginn ging der Mannschaft von Teamchef Igor Stimac im Finish die Luft aus. Niederlagen gegen Schottland (0:1 zu Hause, 0:2 auswärts), Belgien (1:2 zu Hause) sowie ein Remis in Serbien hatten zu Folge, dass die Kroaten Platz eins den ungeschlagenen Belgiern überlassen und in die Barrage mussten. Dort war Stimac bereits Geschichte. Vor den Playoff-Spielen übernahm Ex-Kapitän Niko Kovac mit seinem Bruder Robert an der Seite das angeschlagene Team und baute es rechtzeitig wieder auf. Durch ein 2:0 im Rückspiel (Hin 0:0) gegen Island konnte das WM-Ticket auf den letzten Streich gebucht und so eine neuerliche nationale Enttäuschung nach dem Verpassen der Endrunde 2010 vermieden werden.

Der Superstar

Luka Modric im Dress Kroatiens
© GEPA pictures/Andreas Pranter

Trotz der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl von knapp 4,3 Millionen kann Kroatien auf einen gewohnt starken Kader zurückgreifen. Unter den zahlreichen Legionären aus Deutschland und Kroatien stechen aber zwei spanische "Gastarbeiter" heraus. Einerseits Ivan Rakitic, der sich mit dem FC Sevilla wieder in die europäische Elite gespielt hat, andererseits natürlich Luka Modric. Der Mittelfeld-Stratege von Real Madrid spielt eine überragende Saison und ist einer der stillen Hauptverantwortlichen für den Einzug ins Champions-League-Finale der "Königlichen". Durch Verletzungen von Sami Khedira und Xabi Alonso übernahm der 28-Jährige nicht nur den defensiven Part im zentralen Mittelfeld, sondern zugleich auch die Führungsrolle beim Umschalten von Verteidigung in Offensive. In dieser Funktion könnte er auch das kroatische Mittelfeld, wo es mit Ivan Rakitic, Mateo Kovacic und Ivan Perisic nicht an spielstarken Akteuren mangelt, zur absoluten Waffe machen.

Der Kader

PositionNameVerein
TorStipe PletikosaFK Rostov
-Danijel SubasicAS Monaco
-Oliver ZelenikaDinamo Zagre
AbwehrDarijo SrnaSchakhtar Donetsk
-Dejan LovrenSouthampton
-Vedran CorlukaLok Moskau
-Gordon SchildenfeldPanathinaikos Athen
-Danijel PranjicPanathinaikos Athen
-Domagoj VidaDynamo Kiev
-Sime VrsaljkoFC Genoa
MittelfeldLuka ModricReal Madrid
-Ivan RakiticFC Sevilla
-Ognjen VukojevicDynamo Kiev
-Ivan PerisicVfL Wolfsburg
-Mateo KovacicInter Mailand
-Marcelo BrozovicDinamo Zagreb
-SammirGetafe
-Milan BadeljHSV
AngriffMario MandzukicBayern München
-Ivica OlicVfL Wolfsburg
-Eduardo da SilvaSchakhtar Donetsk
-Nikica JelavicHull City
-Ante RebicFiorentina

Im Kader mit dabei sind mit Gordon Schildenfeld und Nikica Jelavic auch zwei ehemalige Bundesliga-Legionäre von Sturm Graz bzw. Rapid Wien.

Vergessene Legenden

Robert Prosinecki im Kroatien-Dress
© David Cannon/Getty Images

Ein "Lächeln", das man nie vergisst. Ja, es handelt sich um Robert Prosinecki. Der Mittelfeldspieler trug von 1994-2002 das Kroatien-Trikot, nachdem er 1989 bis 1991 auch schon für Jugoslawien aufgelaufen war. Prosinecki ist nicht nur einer der wenigen Fußballer, die sowohl für den FC Barcelona als auch Real Madrid gespielt haben, sondern auch der einzige, der bei zwei Weltmeisterschaften (1990, 1998) für zwei verschiedene Länder getroffen hat. So außergewöhnlich die Vita als Aktiver des heute 45-Jährigen ist, so unglücklich verlief seine bisherige Trainer-Karriere. Nach vier Jahren als Assistent Kroatiens übernahm der wohl beste Techniker der kroatischen Geschichte (Sorry, Zvonimir Boban!) Roter Stern Belgrad, was für großen Medien-Wirbel sorgte. Mit jenem Klub, bei dem er mit dem Pokal der Landesmeister 1991 seinen größten Erfolg als Spieler feierte, verspielte Prosinecki den Meistertitel 2011 im Saison-Finish, holte sich ein Jahr später aber zumindest den Cup, ehe seine Ära beim serbischen Traditionsverein 2012 zu Ende ging. Es folgte ein Engagement bei Kayserispor in der Türkei, wo der Kroate jedoch nach eineinhalb Saisonen im vergangenen Dezember seinen Hut nahm.

Die Chancen

Kroatiens Team ist in der Breite qualitativ gut besetzt und kann sich mit den Gruppengegnern Mexiko und Kamerun allemal messen. Allerdings haben sich die Südländer schon vor der Endrunde selbst geschwächt. Abwehr-Routinier Josip Simunic fällt wegen einer Sperre nach diskriminierendem Verhalten für die ganze WM aus, Bayern-Goalgetter Mario Mandzukic versäumt die Brasilien-Partie. Teamchef Kovac glaubt an seine Truppe, wenngleich er Erwartungen an eine Sensation wie 1998 gleich zurückschraubt. "Wir wollen überraschen. Wenn wir eine Runde weiterkommen, haben wir sicherlich schon Großes geleistet", so der ehemalige Bayern- und Salzburg-Spieler. "Und dann wollen wir sehen, ob wir einen kleinen Lauf kriegen können."

NEWS.AT-Tipp

Nach dem schwierigen Auftakt gegen Brasilien kämpft sich Kroatien ins Achtelfinale, wo gegen den Gruppensieger aus Pool B (Spanien, Niederlande, Chile, Australien) allerdings das Aus folgt.

Kommentare