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WM 2014: Brasilien in Form

"Selecao" fertigt Panama mit 4:0 ab - auch die Schweiz feiert einen Testspielsieg

Brasilien jubelt über Treffer gegen Panama © Bild: Buda Mendes/Getty Images

Gastgeber Brasilien scheint bereit für die WM. Neun Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Kroatien fertigte die "Selecao" am Dienstag in Goiania den Weltranglisten-35. Panama 4:0 (2:0) vom Platz. Die Tore für den Rekordweltmeister erzielten die Barca-Stars Neymar (27.) und Dani Alves (40.) sowie Hulk (46.) und Willian (73.). Die Schweiz schlug Peru 2:0.

Vor allem Neymar ließ nach seiner Verletzung wieder sein Können aufblitzen, so auch beim herrlich verwerteten Freistoß zur Führung. "Er ist ein Fußballer, der jeden Tag anders spielt, immer mit neuen Spielzügen überrascht", sagte Brasiliens Teamchef Luiz Felipe Scolari über sein Ass.

Neymar scheint mit den hohen ihn in gesetzten Erwartungen gut zurechtzukommen. Sich selbst sieht er noch nicht bei hundert Prozent. "Ich bin noch nicht bereit, mir fehlt noch ein bisschen. Am Ende der Partie war ich etwas müde. Aber es sind noch neun Tage, und in Kürze werde ich meine körperliche Topform erreicht haben", erklärte der Superstar.

Probleme in der Defensive

Steigerungsbedarf hat die "Selecao" vor allem noch in der Defensive, in der Bayerns Dante den angeschlagenen Kapitän Thiago Silva als Abwehrchef vertrat. "In den ersten 15 oder 20 Minuten war die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld nicht gut. Das hat nicht funktioniert. Wenn der Gegner stärker gewesen wäre, hätten wir ein anderes Ergebnis gehabt. Da erwarte ich mehr", meinte der 65-Jährige. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass die Mannschaft zuletzt vor etwa drei Monaten zusammengespielt habe und erst seit sieben Tagen gemeinsam trainiere. "Und gegen Ende der ersten Hälfte und danach war die Leistung dann gut", sagte Scolari.

Der frühere Weltmeister und Weltfußballer Ronaldo war als Fernseh-Co-Kommentator jedenfalls begeistert: "Die brasilianische Mannschaft hat ihre großen körperlichen und technischen Fähigkeiten demonstriert." Die knapp 32.000 Zuschauer in Goiania feierten nach dem Abpfiff begeistert ihre Truppe - und vor allem Neymar. Eine spezielle Wertschätzung erhielt der Profi von einigen Gegenspielern: Die machten von sich und dem möglichen WM-Superstar eifrig Fotos. Die WM-Generalprobe steht für Brasilien am Samstag gegen Serbien an. Neben Kroatien trifft der Topfavorit bei der Heim-WM in der Gruppe A noch auf Mexiko und Kamerun.

Schweiz müde und uninspiriert

Zwei späte Tore haben die WM-Generalprobe der Schweiz gerettet und für einen 2:0-Erfolg der "Nati" über Peru gesorgt. Vor 15.000 Zuschauern in Luzern trafen Abwehrspieler Stephan Lichtsteiner (78.) von Juventus Turin und Bayern-Profi Xherdan Shaqiri (84.), der in Minute 64 eingewechselt worden war.

Zwölf Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen Ecuador präsentierte sich die Schweiz wie schon am Freitag beim 1:0 gegen Jamaika über weite Strecken müde und uninspiriert. Die vom deutschen Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld betreuten Eidgenossen treffen bei der WM in der Gruppe E noch auf Frankreich und Honduras.

Schweiz im Testspiel gegen Peru
© FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images Die Schweiz mühte sich zum 2:0-Sieg

"Ich bin erstmal zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben und dass wir eine gute Willensleistung gezeigt haben", sagte Schweiz-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. "Wir hatten eine Zeit lang Rhythmusprobleme, was sicher auch mit der Müdigkeit nach unseren harten Trainingseinheiten zu tun hatte. Die Spritzigkeit hat teilweise gefehlt. Dass wir jetzt zweimal in Test gewonnen haben, ist sicher gut für die Moral. Wir sind auf dem richtigen Weg."

Mexiko unterliegt Bosnien

Mexiko hat am Dienstag in einem Testspiel zweier WM-Teilnehmer gegen Bosnien-Herzegowina mit 0:1 verloren. Bei der Begegnung in Chicago erzielte der für Galatasaray Istanbul spielende Izet Hajrovic (41.) das einzige Tor. Bosniens Gruppengegner Nigeria kam in einem weiteren Duell zweier WM-Teilnehmer in Chester nicht über ein torloses Remis gegen Griechenland hinaus.

Nach acht Spielen ohne Niederlage musste Mexiko erstmals als Verlierer vom Platz gehen. Vor 60.707 Zuschauern, die überwiegende Mehrzahl Anhänger von "El Tri", war Bosnien die spielbestimmende Mannschaft und hätte leicht höher in Führung gehen können. Erst gegen Ende der zweiten Hälfte drückte Mexiko auf den Ausgleich. Bei Bosnien kam Anel Hadzic von Sturm Graz diesmal nicht zum Einsatz.

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