WKR-Ball von

Polizei verhaftet 20 Personen

Großdemo in Wien. Strache lässt sich Fest mit rechten Freunden aber nicht nehmen

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    Kundgebung gegen den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR)

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    Die Polizei ist mit einem großen Aufgebot vertreten.

In der Wiener Hofburg fand am Freitag der umstrittene Ball des Wiener Korporationsrings statt. Dies ausgerechnet am 67. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau, weshalb sich rund um den Austragungsort laut Polizei rund 2.500 Demonstranten versammelten. Es kam dabei zu kleineren Zwischenfällen, 20 Personen wurden festgenommen. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache konnte den Burschenschafterball aber unbehelligt erreichen, er hielt später die Eröffnungsrede.

Bei der Demonstration gegen den Ball sind nach Angaben der Polizei 20 Personen festgenommen worden. Drei Ballgäste wurden leicht verletzt, auch fünf Beamte erlitten Verletzungen. Die Festnahmen seien wegen versuchter Brandstiftung sowie Sachbeschädigung erfolgt. Auch ein Sprengsatz sei sichergestellt worden. Die Kundgebung am Heldenplatz war am späteren Abend zu Ende. Die Teilnehmerzahl divergierte zwischen Veranstalterangaben - sie sprachen in Aussendungen von 8.000 bis 10.000 - und Polizei - demnach 2.500 - recht stark.

Der laut Verantalter Guggenbichler "restlos ausverkaufte" Ball lief mit Verzögerungen an, denn die Besucher hatten aufgrund der Gegendemo Probleme, überhaupt zur Hofburg zu gelangen. In der Herrengasse hinderten Aktivisten etwa Burschenschafter-Busse am Weiterfahren. Die Ballgäste wurden daraufhin von der Polizei aus dem Bus geholt und zur Veranstaltung eskortiert.

"Ein wundervolles kulturelles Fest"
Die Stimmung ließen sich die Ballbesucher dadurch aber nicht trüben. Die Eröffnungsrede hielt FPÖ-Obmann Strache. "Wir haben heute ein wundervolles kulturelles Fest, das wir uns nicht nehmen lassen", meinte dieser im Hinblick auf die Demonstrationen gegen die Veranstaltung und betonte: "Wir sind anständige Demokraten."

Die "Diffamierung" der Ballgäste und -veranstalter im Vorfeld habe nahezu alles überboten was bisher dagewesen sei, meinte Strache. Darum sei der diesjährige Besuch auch so wichtig. Die Gegner des Balles nannte der FPÖ-Chef "antidemokratische Gewalttäter", von solchen "undemokratischen Mechanismen" solle man sich nun aber nicht ablenken lassen.

Unter den Gästen fand sich zahlreiche freiheitliche Prominenz, neben Strache der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf und der Wiener Klubobmann Johann Gudenus. Sie zeigten sich über die heftige Kritik am Burschenschafterball einmal mehr befremdet. Unter den Gästen waren auch mehrere Vertreter der europäischen Rechten, etwa die Anführerin des französischen "Front National" und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, der schwedische Parlamentarier Kent Ekeroth der "Schwedendemokraten", sowie Philip Claeys vom belgischen "Vlaams Belang".

Aufregung um Töchterle
Für Aufregung sorgt der Ehrenschutz für den umstrittenen Ball durch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Die ÖH spricht gar von einem "Skandal". Töchterle führte im Programmheft die Riege des "Akademischen Ehrenkomitees" an, war aber selbst nicht anwesend. Der Ehrenschutz wurde offenbar ausdrücklich genehmigt: Man sei im Besitz einer dementsprechenden schriftlichen Erlaubnis, betonten die Ballorganisatoren. Nach ihm angeführt waren außerdem der Präsident der Österreichischen Universitätskonferenz, Heinrich Schmidinger, sowie der Rektor der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder.

Nach Bekanntwerden der Tatsache hatte Töchterle angekündigt, die Sache aufklären lassen zu wollen. "Das war keinesfalls die Intention des Ministers", betonte seine Sprecherin auch am Samstagvormittag. "Wir können das derzeit nicht nachvollziehen und bemühen uns um rasche Aufklärung", kündigt sie an.

Kommentare

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Da soll noch einer sagen...., ....das Gewalt nur von der rechten Seite kommt! Drei verletzte Ballgäste, 5 verletzte Polizisten, ein Sprengsatz sichergestellt, vermummte Gestalten en Masse. Noch ein Wort hier von den Linken und Sie werden ewig diese Statistik von mir entgegengehalten bekommen. Mir ist der Strache und seine verblödeten, schlagenden Burschenschafter völlig egal und der Herr 3. Nationalratspräsident Graf auch. Aber dass hier vermummte Gestalten durch die Gegensd laufen und Unheil anrichten, das soll den Linken vorbehalten bleiben. Gewalt bleibt Gewalt! Egal ob von rechts oder links. Fehlt nur noch einer in diesem Forum, der sagt "Wehret den Anfängen", dann wäre das Fass übervoll. Wenn jemand friedlich demonstirieren will, sei ihm das unbenommen. Wir leben schließlich in einer Demokratie. Aber wer vermumt ist will Böses!

christian95 melden

Re: Da soll noch einer sagen...., Wieder einmal ist es diesen "Linken Chaoten" gelungen der Ruf Österreichs durch den Dreck zu ziehen. Die Kosten muss auch noch der Steuerzahler begleichen.

Es ist sicherlich Zufall, dass immer dann diese Typen in Wien marschieren, wenn die FPÖ in Umfragen vorne liegt. (Diese Ballveranstaltung gibt es ja nicht erst seit heuer).

strizzi49 melden

Re: Da soll noch einer sagen...., @christian95: Ich gebe Euch allen vollkommen recht!
Aber - es zeigt von überhaupt KEINEM Feingefühl, diesen Ball an so einem Gedenktag durchzuführen! Da hätte man datumsmäßig schon ein Wenig Feingefühl zeigen können! Bei dieser Konstellation muss man doch mit Protesten rechnen! Das hätte man sich ersparen können!
Bisher kam diese Ballveranstaltung nicht mit dem Gedenktag in Konflikt, daher - bisher auch nicht diese Proteste!

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Re: Da soll noch einer sagen...., Das war mal wieder typisch österreichisch, da zieht so ein Rechtsrandler-Schnaderhüpfl der Körperratten unsere internationale Reputation in den Dreck, doch die sattsam bekannten Faschoheinis hier machen auf Weltuntergang, weil ein paar der Ewiggestrigen ein paar Meter zu Fuss torkeln mussten.
In D wäre das undenkbar, man erinnere sich an diese Begebenheiten vor 3 Jahren in Köln, als Ugly Harry Vilimsky - so wie er es von hierzulande gewohnt ist - zur üblichen Hetzrede ansetzte. Doch es währte nicht lange und er musste mit dem Schinackl flüchten.
Drum - seids ja still, das ewige Geseire, wie arm und verfolgt ihr doch seid, ist nur lächerlich. Dank der österreichischen Gemütlichkeit und Toleranz habt ihr unverdientermassen Narrenfreiheit, aber den Bogen zu überspannen, könnte ins Auge gehen.

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