Wirtschaftswachstum von

Auch Österreich von Krise betroffen

Die heimische Konjunktur kühlt deutlich ab, schrammt aber an einer Rezession vorbei

Wirtschaftswachstum - Auch Österreich von Krise betroffen © Bild: APA/Techt

Die Wirtschaftskrise macht auch vor Österreich nicht halt. Das Wachstum der österreichischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal spürbar an Tempo eingebüßt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni nur mehr um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Dienstag mitteilte. Damit hat sich die Konjunktur deutlich abgekühlt, jedoch ist diese Entwicklung angesichts der Rezession im Euro-Raum als relativ gut zu bezeichnen", erklärten die Wifo-Forscher, die die BIP-Daten für die Regierung berechnen.

Die Wirtschaftsflaute hat sich im Frühjahr (April bis Juni) laut Wifo in nahezu allen Nachfragekategorien gezeigt. Sowohl der Export als auch der Import wuchsen zwar stärker als im 1. Quartal, da aber beide Komponenten gleichmäßig zunahmen, "lieferte der Außenbeitrag (Export) nahezu keinen Wachstumsimpuls für die heimische Wirtschaft", heißt es. Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte stagnierte im 2. Quartal. Der öffentliche Konsum stieg mit 0,5 Prozent etwas schwächer als in der Periode zuvor.

Es wurden auch Revisionen für vergangene Quartale vorgenommen. Demnach gab es - wie schon länger bekannt - kein Minus-Quartal zu Ende des Vorjahres, sondern es stagnierte das heimische BIP. Für die Zeit davor wurde freilich das abgesenkt.

Auch Deutschland mit schwachem Wachstum
Auch in Deutschland schwächelt die Wirtschaft : Das Wachstum fiel im Frühjahr auf 0,3 von 0,5 Prozent im ersten Quartal. Grund für die langsamere Gangart in Österreich war die Zurückhaltung der Verbraucher, deren Ausgaben stagnierten. Zudem konnte der Außenhandel die Wirtschaft - anders als zuletzt - kaum anschieben, da Exporte und Importe ähnlich stark zulegten.

Drittes Quartal wird noch schlechter
Wifo-Konjunkturexperte Marcus Scheiblecker geht davon aus, dass - wie vermutlich die deutsche - auch die österreichische Wirtschaft im 3. Quartal schrumpfen wird. Danach könnte es noch ein weiteres Mal ein kleines Minus oder ein Nullwachstum geben. Das wäre dann "durchaus eine rezessive Phase", so Scheiblecker am Dienstag im Gespräch mit der APA. Im Jahresverlauf 2012 habe man eine Rezession nie ausgeschlossen, mit dem 3. Quartal komme das Minus ohnedies "überraschend spät". Damit das prognostizierte Wachstum von 0,6 und 1,3 Prozent in den Gesamtjahren 2012 und 2013 "halte", müsse es aber gelingen, die belastende Euro-Krise "aufzulösen", so der Experte.

Schlechter steht es um die Eurozone insgesamt, ihr droht eine Rezession. Das BIP ging ebenso wie in der gesamten EU von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent zurück, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im ersten Quartal hatte das BIP-Wachstum in der Eurozone noch bei 0,0 Prozent stagniert, Ende 2011 war es um 0,3 Prozent zurückgegangen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Kommentare

War das nicht zu erwarten? Früher wurden die Mrd. im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen. Heute schicken wir sie nach Greichenland, Spanien, Portugal, Brüssel & Co und wundern sich über schrupfende Wirtschaft und Rekordarbeitslosigkeit.

Seite 1 von 1