Wirtschaftsregierung soll Welt stabilisieren:
G-20 wollen Banker-Boni überwachen lassen

Staaten einigen sich auf strengere Banken-Regeln Enttäuschende Gespräche zum Thema Klimaschutz

Wirtschaftsregierung soll Welt stabilisieren:
G-20 wollen Banker-Boni überwachen lassen © Bild: Reuters/Staples

Die Staats- und Regierungschefs der G-20 haben sich auf strengere Regeln für Banken geeinigt und die Gründung einer Art Weltwirtschaftsregierung beschlossen. US-Präsident Obama lobte die Ergebnisse von Pittsburgh als "harte neue Maßnahmen, um eine weitere Wirtschaftskrise zu verhindern". Die Gruppe der 20 habe die Weltwirtschaft "weg vom Abgrund geführt und Millionen von Jobs gerettet", sagte er.

Auch Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel wertete den Gipfel als Erfolg. Keine Chance hatte Deutschland mit dem Versuch, eine Besteuerung von Finanzgeschäften durchzusetzen. Enttäuschend verliefen die Gespräche zum Klimaschutz.

Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich darauf, künftig als das wichtigste Entscheidungsgremium für Weltwirtschaftsfragen zu fungieren: Die "Gruppe der 20" solle zu einer Art "ökonomischer Regierung der Welt" werden, sagte Merkel. Die Grundlage der Zusammenarbeit werde eine Charta für nachhaltiges Wirtschaften bilden. Die G-20 repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung, rund 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und 80 Prozent des Welthandels.

Banker-Boni von Gremium überwacht
Beim Thema Banker-Boni wurde vereinbart, dass jedes Land bis Jahresende eigene Regeln aufstellen soll, deren Einhaltung anschließend von einem internationalem Gremium überwacht wird. Bonuszahlungen sollen nicht für mehrere Jahre im Voraus vereinbart werden; zumindest ein Teil soll vom langfristigen Erfolg einer Bank abhängen.

Das Gipfeltreffen in Pittsburgh war zum Auftakt von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei begleitet worden. Die Sicherheitskräfte gingen mit Pfefferspray, Rauchgeschossen und Gummimunition gegen rund 1.000 Gipfelgegner vor, die Straßenblockaden errichteten und Steine warfen. 66 Menschen wurden festgenommen.
(apa/red)

Kommentare

Bedenklich Wir kommen der drohenden "Weltregierung" Schritt für Schritt immer näher. Bin gespannt wann sie die neue "Weltwährung" einführen werden.

Wenn sie wirklich etwas für die Wirtschaft machen wollen, dann sollen sie alle Nationalbanken entprivatisieren und jegliche Zinsen abschaffen! Eine schuldenfreie Welt wäre schon mal ein guter Anfang ...

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