Wirtschaftslage fordert wieder mehr Opfer:
Privatkonkurse & Firmenpleiten nehmen zu

Insolvenzen vor allem in Wien und im Bauwesen Zahl der Privatkonkurse um 6,7 Prozent gestiegen

Wirtschaftslage fordert wieder mehr Opfer:
Privatkonkurse & Firmenpleiten nehmen zu © Bild: dpa/Wolfraum

Nach dem Rückgang im Vorjahr ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Quartal wieder gestiegen. Mit 1.692 Insolvenzen gab es 3,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform am Montag mit. Davon wurde in 891 Fällen ein Verfahren eröffnet, was einem Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einen deutlichen Anstieg gab es auch bei den Privatkonkursen.

Managementfehler wie mangelhafte Buchhaltung und fehlendes Risikomanagement zählen laut Creditreform zu den Hauptursachen für das Scheitern von Unternehmen. "Viele Unternehmen haben Dank eines angesparten Kapitalpolsters und der besonderen Unterstützung durch ihre Hausbanken die Krise im vergangenen Jahr durchtaucht", so Creditreform-Chef Rainer Kubicki. Nun würden die Insolvenzen nach einem Rückgang im Jahr 2010 aber wieder steigen, auch wegen einer unzureichenden Kapitalausstattung und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage.

Die höchste Insolvenzquote findet man in Wien: Statistisch gesehen schlitterten in der Bundeshauptstadt sieben von 1.000 Unternehmen in die Pleite. Österreichweit waren es etwas über vier von 1.000. Den stärksten Anstieg im ersten Quartal gab es im Bauwesen. Hier gab es 274 Fälle oder 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen Rückgang von 19 Prozent auf 119 Fälle verzeichnete laut Creditreform die Sparte "Verkehr und Nachrichtenübermittlung".

Einen deutlicheren Anstieg als bei Unternehmenspleiten gab es bei den Privatkonkursen. Die Creditreform verzeichnete 2.389 und damit 6,7 Prozent mehr eröffnete Schuldenregulierungsverfahren als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Verfahren, die mangels Vermögen zurückgewiesen wurden, gingen um 9,5 Prozent auf 316 Fälle zurück. Die durchschnittliche Verschuldung betrage rund 80.000 Euro.

(apa/red)