Wirtschaftskrise macht uns ruhelos:
Österreich schlittert in Angstzustände

Umfrage: Achtzehn Prozent fühlen sich "machtlos" Trotz Belastungen lassen sich nur wenige helfen

Wirtschaftskrise macht uns ruhelos:
Österreich schlittert in Angstzustände

Die Wirtschaftskrise macht rund 17 Prozent der heimischen Bevölkerung "ängstlich": Sie sind meist direkt betroffen und erleben berufliche oder finanzielle Auswirkungen. Das ergab eine Umfrage der Karmasin Motivforschung.

Im Auftrag des Berufsverbands Österreichischer Psychologen (BÖP) wurden rund rund 500 Personen befragt. 24 Prozent der Österreich sind "leicht betroffen", 41 Prozent gar nicht. 18 Prozent fühlen sich "machtlos".

Ältere fühlen sich machtlos
Die "Ängstlichen" (17 Prozent) haben häufiger als andere Gruppen mit Schlafstörungen, Gereiztheit und Ruhelosigkeit zu kämpfen, erläuterte Meinungsforscherin Sophie Karmasin. Die "leicht Betroffenen" (24 Prozent) sorgen sich vor allem um Familie und Lebensstandard. Bei den "Machtlosen" (18 Prozent) handelt es sich tendenziell mehr um Personen mit geringerer Schulbildung und Menschen über 50 Jahren. Die "Nicht-Betroffenen" (41 Prozent) spüren u. a. keine Veränderung des Arbeitsklimas wegen der Krise.

Selbstvertrauen im Keller
Weiters wurden rund hundert Personen befragt, die aufgrund der Wirtschaftskrise arbeitslos bzw. auf Kurzarbeit umgestellt wurden sowie zusätzlich zehn Tiefeninterviews mit Betroffenen durchgeführt. Das Selbstvertrauen bei den Arbeitslosen bzw. Kurzarbeitern hat laut dieser Umfrage seit Beginn der Krise um 66 Prozent abgenommen. Frustration und Unzufriedenheit sowie Stress sind bei den Betroffenen um 53 sowie um 42 Prozent gestiegen; Rauchen nahm anlässlich der Wirtschaftskrise um 29 Prozent zu und Streitigkeiten mit dem Partner um 25 Prozent.

Nur wenige lassen sich helfen
Arbeitslose bzw. Kurzarbeiter sind nach Angaben der Experten einer erhöhten psychischen Belastung ausgesetzt. Laut Studie weisen sie eine schlechtere Lebensqualität auf: Die Betroffenen leiden u. a. häufiger als andere unter körperlichen Beschwerden und verfügen über weniger Energie, um den Alltag zu meistern. Auch können sie das Leben nicht so genießen wie andere. Trotzdem nahmen nur neun Prozent der befragten Arbeitslosen bzw. Kurzarbeitern psychologische Beratung und vier Prozent Psychotherapie in Anspruch. Dabei halten 25 Prozent der Betroffenen psychologische Hilfe generell als hilfreich ebenso wie 18 Prozent der Befragten die Psychotherapie.

Der BÖP veranstaltet zum "Tag der Psychologie" am 16. Oktober eine Informationsveranstaltung zum Thema "Krise und Psychologie" im Wiener Rathaus. Weitere Informationen sind auf der Website unter www.boep.eu abrufbar. Die Helpline der Psychologen ist unter der Telefonnummer 01/405-80-00 von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 16.00 Uhr erreichbar.

(apa/red)

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Kein Wunder! Und Politiker wie ein Faymann geben dir den Rest;)

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