Wirtschaftsanwalt will neue Untersuchung: FORMAT über Troubles in Causa Horngacher

Neue Vorwürfe gegen Ex-Polizeichef von Wien Es soll auch um Weiterreichungen an Elsner gehen

Der suspendierte Ex-Chef der Wiener Polizei, Roland Horngacher, könnte jetzt ein weiteres Mal von der Vergangenheit eingeholt werden. Der Jurist wurde Mitte Oktober 2007 in einem Aufsehen erregenden Prozess zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt: wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und Verletzung des Amtsgeheimnisses. Auch Informationen, die er dem ehemaligen Bawag-General Helmut Elsner rechtswidrig zukommen ließ, spielten dabei eine Rolle.

Nun ging am 10. Jänner eine Sachverhaltsdarstellung beim Büro für Interne Angelegenheiten im Innenministerium ein. Der Wiener Anwalt Georg Zanger bezichtigt Horngacher in dem FORMAT vorliegenden Papier, dieser habe strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen den bekannten Konzertmanager Herbert Fechter möglicherweise unter den Teppich gekehrt (für Horngacher und Fechter gilt die Unschuldsvermutung).

Zanger bestätigt auf Anfrage seine Anzeige, möchte sonst aber keinen Kommentar abgeben. Er verlangt von der Behörde, die für den (suspendierten) Beamten Horngacher zuständig ist, "den mysteriösen Sachverhalt aufzuklären", wie es in dem Schreiben heißt.

Die Vorgeschichte reicht zurück in den November 1995. Damals war Horngacher Leiter der Wirtschaftspolizei (WiPo). Und Zanger prozessierte mit Fechter, unter anderem als Anwalt des ehemaligen Fechter-Klienten Rainhard Fendrich. Zanger brachte 1995 auch eine Anzeige ein, die den Musikmanager beschuldigt, einen Vertrag mit der Stadt Wien über 2,8 Mio. Schilling (203.000 Euro) Miete für die Donauinsel gefälscht zu haben, um die Rockgruppen U2 und Guns N' Roses, die dort aufgespielt hatten, um diesen Betrag zu schädigen.

Anwalt zweifelt
"Aufgrund der vorgelegten Beweise wäre anzunehmen gewesen, dass ein Haftbefehl ausgestellt wird …", heißt es in der jetzigen Anzeige. "Im Gegenteil, das Verfahren ist im Sand verlaufen …" Woraus Anwalt Zanger schlussfolgert: "Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Herr Mag. Horngacher Herrn Herbert Fechter rechtswidrig Unterstützung hat zukommen lassen und der Sachverhalt bei der WiPo verschleiert wurde …"

Herbert Fechter dementiert heftig. Die Anschuldigungen in Bezug auf den gefälschten Vertrag seien "absoluter Schwachsinn". Und er sagt: "Den Herrn Horngacher kenne ich nicht persönlich. Als Chef der WiPo war er mir auch nie positiv gesonnen."

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