Wirtschaft von

Von Reaktionen auf Sanktionen

Markus R. Leeb über mögliche Folgen der Russland-Politik

Markus R. Leeb © Bild: NEWS/Katharina Stögmüller

Russland befindet sich in der Rezession. Die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt wird 2014 um 0,8 Prozent schrumpfen. Geplant war ein zumindest geringes Wachstum, doch dann kamen der Ukraine-Konflikt und die Sanktionen der westlichen Staaten.

Zu diesem Westen zählen auch wir Österreicher. Da auf Aktionen naturgesetzmäßig Reaktionen folgen, wirken sich die Sanktionen auch für uns aus. Zunächst war es der Importstopp für Lebensmittel, den wir teilweise noch mit Apfelessen wettmachen konnten.

Ende von South Stream: Was kommt noch?

Dann wurden Aufträge storniert, was mitunter zu Kurzarbeit geführt hat. Die Leiterin des Russland-Fokusprogramms, Christina Ulrich, schätzte bereits im September, dass ein Viertel aller Russland-
Aufträge auf Eis liegen. Jetzt wurde das Milliardenprojekt „South Stream“, eine neue Gaspipeline für Europa, von den Russen auf Eis gelegt. Die OMV, in deren Verteilerzentrum Baumgarten (NÖ) die Röhre aus Russland hätte enden sollen, kann den Verlust verschmerzen.

Die Voestalpine wird wohl um einen 100-Millionen-Euro-Auftrag umfallen. Auch dort wird es weiter gehen. Doch ist Russland damit schon fertig? Was, wenn Moskau die Finanzinstitute reverstaatlicht? Da hätten wir Österreicher einen Milliardenschaden. Ich esse täglich schon drei Äpfel. Vorbeugend.

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