Wird Staatsministerin Präsidentin? Cubukcu könnte statt Erdogan ins Rennen gehen!

Frist für Kandidaten-Nominierung endet am Mittwoch

In der türkischen Presse wird darüber spekuliert, dass die regierende Partei AKP eine Präsidentschaftskandidatin nominieren könnte. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, dessen Kandidatur von den laizistischen Kräften in der Türkei entschieden bekämpft wird, hat diesbezüglich eine "Überraschung" angekündigt. Laut "Turkish Daily News" wurde Staatsministerin Nimet Cubukcu in diesem Zusammenhang genannt.

Die Frist für die Bekanntgabe des Präsidentschaftskandidaten endet am Mittwoch. Sollte der islamisch orientierte Erdogan antreten, wäre seine Wahl sicher. Seine AKP verfügt im Parlament über eine breite Mehrheit. Der bisherige Amtsinhaber Ahmet Necdet Sezer dagegen ist ein Verfechter der strikten Trennung von Staat und Religion.

In seiner Botschaft zum Tag der Nationalen Souveränität am 23. April rief Sezer das Parlament auf, zu beweisen, dass es sich der Revolution von Republiksgründer Mustafa Kemal Atatürk verpflichtet fühle. Erdogan antwortete indirekt postwendend in seiner Botschaft, auch in den härtesten Tagen des Kriegs zur Errettung der Türkei habe Atatürk die demokratischen Rechte und die vorrangige Stellung des Parlaments hochgehalten.

In den türkischen Medien wurde neben Cubukcu auch Verteidigungsminister Vecdi Gönül als möglicher Präsidentschaftskandidat genannt. Die Zeitung "Hürriyet" kommentierte, Cubukcu wäre eine gute Lösung, um den Gegensatz zwischen Laizisten und Religiösen zu überbrücken.

Der Chef der oppositionellen Demokratischen Linkspartei (DSP), Zeki Sezer, meinte, er sei für eine Staatspräsidentin, allerdings müsse sie unparteiisch wie die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs, Tülay Tugcu, sein. (apa)