"Wird sich zu Scheich Yassin gesellen":
Israel droht Hamas-Führer mit Tötung

Warnung an designierten Premier Ismail Haniyeh Yassin wurde vor zwei Jahren von Israel getötet

Ein führender Vertreter der israelischen Regierungspartei Kadima hat dem designierten palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh mit Inhaftierung und Tötung gedroht. "Wenn Haniyeh und seine Leute an der Macht sind und ihre Politik des Terrors und der Morde fortsetzen, werden sie sich hinter Gittern wiederfinden oder sich zu Scheich Yassin gesellen", sagte der Kadima-Politiker Avi Dichter im israelischen Fernsehen.

Damit spielte er auf das Schicksal des Hamas-Führers Scheich Ahmed Yassin an, der vor zwei Jahren von Israel getötet wurde. Dichter ist ein Vertrauter von Israels Interims-Ministerpräsident Ehud Olmert und ein führender Kandidat für die Parlamentswahl am 28. März.

Umfragen zufolge könnte die Kadima als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgehen. Olmerts Regierung hat deutlich gemacht, dass sie eine Hamas-geführte Regierung unter Haniyeh boykottieren wird.

Hamas weist Unterstützung von Al Kaida zurück
Hamas-Vertreter haben die vom stellvertretenden Al-Kaida-Führer Ayman al-Zawahiri abgebotene Unterstützung zurückgewiesen. Al-Zawahri hatte in einer Videobotschaft zum Heiligen Krieg zur Rückeroberung der palästinensischen Gebiete aufgerufen und dabei auch die Unterstützung der Al Kaida für die Haltung der Hamas angedeutet, Israel nicht anzuerkennen.

Ein Hamas-Sprecher in Gaza betonte, die Bewegung stehe für einen gemäßigten Islam. Damit habe sie auch die Parlamentswahl gewonnen. "Die Hamas glaubt, dass der Islam völlig verschieden von der Ideologie von Herrn al-Zawahri ist", sagte der Sprecher, der namentlich genannt werden wollte, da sich die Hamas formell gar nicht zu der Erklärung des Al-Kaida-Führers äußern wollte. "Wir haben keine Beziehungen zu Gruppen oder Elementen außerhalb von Palästina."
(apa/red)