Wird Opel demnächst ein Staatskonzern?
Steinmeier will beim Autobauer einsteigen

Deutscher Vizekanzler baut für schlimmsten Fall vor "Opel nicht gleich an den Nächstbesten verschenken"

Wird Opel demnächst ein Staatskonzern?
Steinmeier will beim Autobauer einsteigen © Bild: APA/dpa/Gambarini

Der deutsche Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier plädiert für einen Staatseinstieg bei Opel für den Fall, dass kein geeigneter Investor gefunden wird. "Wir sollten eine vorübergehende staatliche Beteiligung an Opel nicht von vornherein kategorisch ausschließen, schon deshalb, damit ein Privatinvestor dem Staat nicht die Bedingungen diktiert", sagte der SPD-Politiker.

Man dürfe Opel "auch nicht an den Nächstbesten verschenken", sagte der Außenminister. "Wenn der Staat eine Milliardenbürgschaft gibt, müssen wir schon ein langfristiges tragfähiges Zukunftskonzept verlangen. Falls das ausbleibt, müssen wir trotzdem handeln." Er fügte an: "Wir können Opel nicht einfach pleitegehen lassen."

Unterdessen traf sich unter Führung des Wirtschaftsministeriums erstmals das Verhandlungsteam, das die Bundesregierung bei der Rettung des angeschlagenen Autobauers unterstützen soll. Dies bestätigte das Ministerium am Freitag. Ziel sei, einen "kurzen Draht" zu den beteiligten US-Stellen herzustellen. In dem Team ist nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" auch die Investmentbank Lazard vertreten.

In der deutschen Regierung ist die Arbeit der Gruppe offenbar Anlass zum Streit im Vorwahlkampf. SPD-Regierungskreise äußerten am Freitag Erstaunen, dass die SPD-geführten Ressorts von Vizekanzler Steinmeier und Arbeitsminister Olaf Scholz nicht eingebunden seien. Dies habe Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt. Es gebe Sorge, dass die Union in Sachen Opel nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit handle, hieß es. Die gesamte Bundesregierung stehe in der Verantwortung, und die Zeit dränge.
(apa/red)