Wirbel nach Bank Burgenland-Verkauf: Ukrainer legen Beschwerde bei EU ein

Streit: Wurde ausländischer Bewerber diskriminiert? 55 Mio. Euro mehr als Grazer Wechselseitige geboten

Das im Rennen um die Bank Burgenland unterlegene Bieterkonsortium aus der Ukraine legt bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen den Verkaufsentscheid von Eisenstadt ein. Das gab Sergiy Klyuyev, Mitbegründer des ukrainischen Mischkonzerns Ukrpodshipnik und Sprecher des Konsortiums bekannt.

"Wir werden eine Beschwerde bei der EU-Kommission einlegen" in den nächsten Tagen - um zu klären, ob der ausländische Bewerber diskriminiert wurde.

Mit der Wiener SLAV AG sei ein österreichisches Unternehmen im Konsortium, wird argumentiert. Die SLAV AG, ein Handelsunternehmen (primär Stahl, Kohle, Gas) der Ukrpodshipnik-Gruppe, hat seinen Sitz in Wien und notiert hier auch an der Börse.

Die Ukrainer hatten fast 55 Mio. Euro mehr für die Bank Burgenland geboten als die Grazer Wechselseitige Versicherung (GraWe). Das Land Burgenland hatte der GraWe für 100,3 Mio. Euro den Zuschlag gegeben.

GraWe befürchtet keine Closing-Verzögerung
"Wir haben nicht mit einer Beschwerde der Ukrainer gerechnet, obwohl man grundsätzlich in solchen Fällen immer mit so etwas rechnen muss", so der Vorstandsdirektor der Grazer Wechselseitigen, Othmar Ederer. "Aus unserer Sicht wird es beim für den 30. Juni vorgesehenen Closing keine Verzögerung geben".

Auch das Land Burgenland sieht einer EU-Beschwerde gelassen entgegen, weil laut Landeshauptmann Hans Niessl "keineswegs eine Diskriminierung vorliegt". Es habe eine eindeutige Empfehlung der Beraterbank HSBC gegeben, die den Verkauf an die Grazer Wechselseitige (GraWe) empfohlen hat.

(apa/red)