"Wir können es besser": Westenthaler will nach Wahl das Innenministerium für das BZÖ

"Prokop erkennt offenbar das Problem nicht" BZÖ-Tirol steigt mit Loden-Chef Gebauer in den Ring

Das BZÖ hat den Anspruch auf das Innenressort nach der Nationalratswahl bekräftigt. "Wir können es besser", meinte Bündnis-Obmann Peter Westenthaler.

"Die Innenministerin (Liese Prokop, Anm.) erkennt offenbar das Problem nicht", befand der BZÖ-Chef am Rande einer Pressekonferenz in Innsbruck und bezog sich auf die Themen Zuwanderung und Integration: "Sozialmissbrauch und Sozialleistungen gehen derzeit in Richtung Schieflage". Es würden mehr Sozialleistungen ausgezahlt, als in den Topf hineinwandern würden. Sozialleistungen müssten im Zusammenhang mit Integrationswilligkeit stehen, bekräftigte er.

BZÖ steigt in Tirol mit Loden-Chef Gebauer in den Ring
Das BZÖ hat den Tiroler Loden-Geschäftsführer Andreas Gebauer als Tiroler Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl präsentiert. Der 41-Jährige war zuletzt rund um den Aufsehen erregenden Brand seines Unternehmens in die Schlagzeilen geraten. Das Bündnis will im "Hoffnungsgebiet Tirol" - ebenso wie auf Bundesebene - fünf bis sieben Prozent erreichen.

"Auf keinen passt der Name 'Robin Hood' so gut wie auf Gebauer", meinte BZÖ-Chef Peter Westenthaler bei einer Pressekonferenz. Er sei in der "schweren Phase 2001 bis 2005" gegen ein "System der Macht" angetreten, das versucht habe, ihn "in die Knie zu zwingen", sprach der Bündnis-Obmann die Vorgänge im Brandfall Tiroler Loden an. Dafür verantwortlich machten er und der Loden-Geschäftsführer das "Umfeld der ÖVP". "Gebauer hat gewonnen", betonte Westenthaler. Bei ihm handle es sich "nicht um einen Quer-, sondern um einen Neueinsteiger", verwies er auf seine politische Tätigkeit als Büroleiter von ÖVP-Generalsekretär Raimund Solonar im Jahr 1991.

"Idee des BZÖ begeistert mich"
"Die Idee des BZÖ begeistert mich, es ist eine ideale Herausforderung", begründete Gebauer seine Kandidatur. Durch den "Tiroler Loden-Skandal" sei ihm "die Familie der ÖVP abhanden gekommen". Die Brandsache sei inzwischen für ihn "abgehakt", meinte Gebauer. Für das operative Geschäft von Tiroler Loden seien nunmehr seine Mitarbeiter im Rahmen einer eigenen Gesellschaft zuständig. "Ich stehe ihnen unterstützend bzw. kapitalmäßig zur Seite", erläuterte Gebauer. In den vergangenen Jahren sei er damit beschäftigt gewesen, "zu überleben". Unterstützung fand er beim Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B). Dieser sei allerdings nicht auf ihn zugekommen, "aber er war sicher auch ein Beweggrund" für seine Entscheidung, das BZÖ zu unterstützen. Gebauer soll auch auf der Bundesliste vertreten sein.

Die Produktionshalle des Innsbrucker Textilunternehmens Tiroler Loden GmbH war in der Nacht auf den 4. Juni 2001 bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Gebauer wurde Anstiftung zur Brandstiftung vorgeworfen. Im April 2005 ergab ein Gutachten einen elektrischen Defekt als Brandursache und schloss Brandstiftung aus. Das Verfahren gegen Gebauer wurde im selben Monat eingestellt.
(apa/red)