"Wir werden einfach nicht verschwinden": Wagenplatz-Gruppe kämpft ums Bleiberecht!

NEWS.at zu Besuch bei den Stadtnomaden von Wien <b>VIDEO</b>: Milan und Miriam schildern ihre Situation

"Wir werden einfach nicht verschwinden": Wagenplatz-Gruppe kämpft ums Bleiberecht! © Bild: NEWS.at

Sie leben mitten in Wien, aber ihr Lebensstil unterscheidet sich erheblich von jenem der meisten Stadtbewohner: "Es ist eine sympathische Form des Wohnens und Zusammenlebens.", erklärt Milan seine Entscheidung für ein Nomadendasein. Er wohnt seit einiger Zeit gemeinsam mit rund 15 anderen Personen in einer Wagenplatz-Gruppe, die sich in der Nähe der Trabrennbahn Krieau niedergelassen hat. Doch wie lange sie bleiben dürfen ist ungewiss, denn die Gruppe kämpft derzeit um ihr Bleiberecht.

Sie hätten sich immer wieder bemüht, mit den Vertretern der Stadt Wien und dem Pächter des Grundstücks - in diesem Fall der Trabrennverein Krieau - ins Gespräch zu kommen, aber niemand fühle sich für sie zuständig, schildern die Wagenplatz-Bewohner ihre Situation.

"Wir sind bereit, Miete zu zahlen"
Das Grundstück will die Truppe nicht kostenlos bewohnen: "Es ist ein gängiges Argument, das gegen uns ins Feld geführt wird, dass wir alles gratis haben wollen. Das stimmt so natürlich nicht. Wir sind bereit, Miete zu zahlen.", so Milan. Finanzieren könnten sie diese auch dank der unterschiedlichen Berufe, denen die Stadtnomaden nachgehen. Die Palette reicht dabei vom Mechaniker über den Studenten bis hin zum Künstler.

Warum das Bleiberecht noch ungewiss ist, verstehen die Bewohner nicht. Es fehle einfach am politischen Willen, betont Lkw-Besitzerin Miriam und ihr Mitbewohner Milan stimmt ihr zu: "Trotz des vielen Geredes, gibt es nicht wirklich etwas, das passiert.", zeigt er sich von der Stadt Wien enttäuscht.

Stadt Wien: "Stehen Projekt offen gegenüber"
Die Stadt Wien wiederum versichert, dass sie dem Nomadenleben in Wien keine Steine in den Weg legen will. "Wir sind dem Projekt Wagenplatz von Anfang an sehr offen und positiv gegenüber gestanden. Und zwar vor dem Hintergrund, dass in Wien generell verschiedene Arten des Lebens und Wohnens möglich sein sollen.", stellt Hanno Csisinko, Sprecher des Wohnbaustadtrates Michael Ludwig, klar. Allerdings sei es wichtig, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, so Csisinko weiter. In Bezug auf die Finanzierung sieht die Stadt Wien, ähnlich wie die Wagenplatz-Gruppe selbst, kein Problem. "Die Gruppen haben immer wieder betont, dass sie keine Almosen wollen. Wir haben mit Leuten zu tun gehabt, die einem Beruf nachgehen.", erläutert der Sprecher.

Wie der Kampf ums Bleiberecht für die Wagenplatz-Gruppe ausgehen wird, ist ungewiss, aber davon lässt sich die Gruppe nicht beirren: "Egal was passiert, wir werden einfach nicht verschwinden", ist sich Milan sicher.

(pc)

Kommentare

laissez-faire! denn freedom is just ... !

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Tolle Sache ... und die nächsten mieten sich dann ein Stück Wiese im
Stadtpark, oder wie?

Es gibt Campingplätze und das hat auch einen Sinn,
aber wenn jetzt jeder überall in Wien bzw. Österreich
seine "Zelte" aufstellt, dann wird das sicher noch ein wunderschönes Stadbild;)

Aber hauptsache man regt sich auf, wenn ein Hund
dem wir seine Natur zupflastern, in die Wiese kackt;)

WIEN IST ANDERS ... das seh ich schon als Warnung!

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Re: Tolle Sache ... dem muss ich zustimmen

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