Wir Österreicher zahlen noch immer mehr: Lebensmittel in Deutschland spürbar billiger

Pro kleinem Einkaufskorb 19 Prozent höhere Kosten AK fordert "Preisminister" Bartenstein auf zu handeln

Wir Österreicher zahlen noch immer mehr: Lebensmittel in Deutschland spürbar billiger © Bild: DPA/Widmann

In Österreich sind Lebensmittel noch immer spürbar teurer als in Deutschland. Heimische Konsumenten müssen für einen kleinen Einkaufskorb im Schnitt fast 19 Prozent tiefer in die Tasche greifen als in Deutschland, hat eine neue Erhebung der Arbeiterkammer ergeben.

Vollmilch ist in Österreich um ein Drittel teurer, Teebutter um 39 Prozent, Bier um die Hälfte teurer. Verglichen wurden 14 Produkte bei Diskontern und Supermärkten in Wien und Passau.

In Wien würden Verbraucher für einen Einkaufskorb mit 14 preiswertesten Lebensmitteln um knapp 19 Prozent mehr als in Passau zahlen. Vergleicht man die Nettopreise, weil in Deutschland die Umsatzsteuer um ein (für andere Waren) und drei Prozent (Lebensmittel) niedriger ist, gilt noch immer: Österreich ist um 16 Prozent teurer als Passau. So kostet ein kleiner Einkaufskorb in Wien im Schnitt 21,87 Euro, in Passau 18,42 Euro, also um 3,45 Euro weniger.

Obwohl manche Waren in Österreich von Juni auf Juli geringfügig billiger wurden (etwa Kartoffeln oder Gouda Käse), seien viele Preise auf einem hohen Preisniveau "festgefahren": So etwa die preiswertesten Teigwaren (um 54 Prozent teurer als im Vorjahr), Sonnenblumenöl (um um 77 Prozent), Mehl (um 20 Prozent) oder Mischbrotwecken (um 8 Prozent).

Es sei "nicht einzusehen, dass die heimischen Konsumenten seit Monaten mehr zahlen müssen als die deutschen", betont AK-Präsident Herbert Tumpel. Es gebe "bei den Preisen seit Monaten einen hausgemachten Anteil". Der Österreich-Aufschlag müsse weg. "Preisminister" Martin Bartenstein habe es als zuständiger Minister seit dem Preisantrag der AK von Ende Juni in der Hand. Er sei gesetzlich verpflichtet, den Österreich-Aufschlag zu untersuchen.

Die geeignetste und im Gesetz extra angeführte Form der Ermittlung seien Betriebsprüfungen mit Einschau in die Kostenstruktur und die Kalkulationen etc. Es müsse dringend untersucht werden, "wer wo mitschneidet", damit der Preistreiberei Einhalt geboten werden könne. Aber das Preisverfahren werde seit Juni nur verschleppt. "Will Minister Bartenstein nicht wissen, warum die Österreicher für die Grundnahrungsmittel mehr zahlen als die Deutschen?", fragt Tumpel.

(apa/red)