"Wir sind bereit, eine Lösung zu finden":
Opel-Betriebsräte glauben an eine Einigung

Warnungen vor Schwarzmalerei & Dramatisierungen Hoher Zeitdruck kann zu Fehleinschätzungen führen

Arbeitnehmervertreter von Opel haben sich trotz der andauernden Hängepartie um den deutschen Autobauer optimistisch zu den Zukunftschancen des Konzerns geäußert. Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, sagte, die Beschäftigten hätten sich zwar von dem Spitzentreffen im Kanzleramt ein Ergebnis erhofft. Doch bleibe er zuversichtlich, denn es sei ein gutes Signal, dass weiter verhandelt werde.

"Es wird mit Sicherheit zu einem guten Ende kommen, ... weil wir genau wissen, dass alle bereit sind mitzuhelfen, eine Lösung zu finden", sagte Einenkel. Sein Dank gelte den Politikern und weniger denen, "die Teil des Problems sind, die Finanzierungsprobleme auf den Tisch gelegt haben und vielleicht auch nicht die nötigen Zahlen auf den Tisch gelegt haben".

Auch der Frankfurter Bezirkschef der Gewerkschaft IG-Metall und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild gab sich weiter optimistisch und warnte vor Schwarzmalerei. "Wir sollten das nicht dramatisieren", sagte er im "SWR" zum fehlgeschlagenen Einigungsversuch. "Wir befinden uns jetzt, wenn sie so wollen, in der Nachspielzeit. Aber in der Nachspielzeit sind ja auch schon Spiele gewonnen worden", sagte der Gewerkschafter.

Ihm zufolge sollte mit etwas weniger Zeitdruck und etwas weniger Dramaturgie verhandelt werden. Nach Schilds Einschätzung geht es auch den Beteiligten auf US-Seite um eine Lösung. "Ich glaube, dass hier Missverständnisse und möglicherweise unter hohem Zeitdruck entstandene Fehleinschätzungen eine Rolle spielen."

Nachbesserung notwendig
Die deutsche Bundesregierung unter Federführung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte mit den drei Kaufinteressenten Fiat, Magna und RHJ sowie Vertretern der US-Regierung und der Opel-Mutter GM verhandelt. Die Gespräche endeten nach elf Stunden ergebnislos. Für Freitag wurde eine neue Runde vereinbart.

Bis dahin müssten die Konzepte der verbliebenen Bieter Magna und Fiat nachgebessert und von der US-Seite mehr Sicherheiten für den geplanten deutschen Überbrückungskredit gegeben werde, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Frist bis Freitag sei auch deshalb geboten, weil zum einen der Liquiditätsbedarf bei Opel relativ dringlich sei und in den USA das Insolvenzverfahren für den ganzen GM-Konzern drohe.
(apa/red)