Winterreifenpflicht von

Schon gewechselt?

Autofahrer müssen seit Dienstag mit Winterreifen unterwegs sein. Ansonsten droht Strafe

Winterreifenpflicht - Schon gewechselt? © Bild: Öamtc

Seit 1. November, gilt in Österreich die "situative Winterausrüstungspflicht" für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen. Autofahrer müssen nun bei Schnee, Matsch oder Eis mit Winterreifen unterwegs sein oder alternativ auf mindestens zwei Antriebsrädern Schneeketten montieren. Erlaubt ist das allerdings nur dann, wenn die Straße (fast) durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist.

Verstöße werden mit einer Strafe von 35 Euro geahndet. Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, drohen Bußgelder in der Höhe bis zu 5.000 Euro.

Widersetzt sich ein Lenker der Vorschrift und verursacht einen Schaden, übernimmt die Haftpflichtversicherung im Regelfall trotzdem den Schaden. Die Kaskoversicherung könnte jedoch dem Lenker des sommerbereiften Fahrzeugs wegen "grober Fahrlässigkeit" die Zahlung verweigern, berichtete die Allianz Versicherung.

Als Winterreifen werden gesetzlich Modelle anerkannt, die mit den Bezeichnungen "Matsch und Schnee" (M+S, M.S. oder M&S) gekennzeichnet sind und mindestens vier Millimeter, bei Diagonalreifen fünf Millimeter Profiltiefe aufweisen. Für Lkw über 3,5 Tonnen und Omnibusse gilt eine Winterreifenpflicht unabhängig davon, ob auf der Fahrbahn Schnee liegt oder nicht. Die Winterreifenpflicht gilt bis 15. April des Folgejahres.

Vorschriften im Ausland
Wer eine Fahrt ins benachbarte Ausland plant, sollte sich über die dortigen Vorschriften informieren. "In einigen Ländern wie Italien und Ungarn gibt es von Österreich abweichende Bestimmungen", informierte ÖAMTC-Reiseexpertin Cornelia Schwarz.

Für Deutschland, die Slowakei und die Tschechische Republik gilt in den Wintermonaten wie in Österreich "eine situative Winterreifenpflicht. Die Bereifung muss also den Witterungsverhältnissen angepasst sein", erklärte die ÖAMTC-Expertin. In Deutschland muss außerdem Frostschutz im Scheibenwaschmittel enthalten sein. Die Verwendung von Schneeketten ist in der Slowakei nur erlaubt, wenn die Straße schnee- und eisbedeckt ist. Spikes sind in allen drei Ländern verboten, mit einer Ausnahme: die Strecke über das Kleine Deutsche Eck zwischen Bad Reichenhall und Lofer.

In der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Sollte man bei winterlichen Fahrverhältnissen auf Sommerreifen unterwegs sein und einen Unfall haben, werden höhere Strafen ausgesprochen. Auch wenn man wegen falscher Bereifung den Verkehr behindert, drohen Sanktionen. Von 1. November bis 30. April sind Spikes erlaubt, allerdings nicht auf Autobahnen oder Autostraßen mit Ausnahme des San Bernardino- und St. Gotthard-Tunnels.

Unterschiedliche Bestimmungen
In Slowenien sind Winterreifen von 15. November bis 15. März Pflicht, bei winterlichen Straßenbedingungen auch außerhalb dieses Zeitraums. Es können aber auch Sommerreifen mit Schneeketten verwendet werden. "Für beide Varianten gilt eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern", so die ÖAMTC-Touristikerin. Spikes sind nicht erlaubt.

In Italien und Ungarn besteht keine generelle Winterreifenpflicht. Kurzfristig ist es jedoch möglich, dass Winterreifen durch entsprechende Beschilderung vorgeschrieben werden. Schneeketten sind in beiden Ländern erlaubt, in Italien dürfen von 15. November bis 15. März auch Spikereifen aufgezogen werden.

Vorsichtig sein sollte man bei Mietwagenbuchungen für winterliche Gebiete. "Nicht alle Firmen rüsten ihre Fahrzeuge auf Winterreifen um. Es empfiehlt sich daher, sich schon beim Reservieren die Ausrüstung des Fahrzeuges mit Winterreifen bestätigen zu lassen", rät Schwarz.