Wintereinbruch verschärft Lawinengefahr: Neuschnee fordert einen Toten und Verletzte

Steiermark: Zwei Tourengeher von Lawine überrascht<br>Es bleibt kalt: Kein Ende des Schlechtwetters in Sicht <b>BILDER:</b> Viele Behinderungen - Autofahrer saßen fest

Wintereinbruch verschärft Lawinengefahr: Neuschnee fordert einen Toten und Verletzte

Der Wintereinbruch mit viel Neuschnee hat in den Skigebieten die Lawinengefahr verschärft. In Salzburg kam bei einer vorsorglichen Lawinensprengung ein Mann ums Leben. In der Steiermark wurden Tourengeher verschüttet. Ein Wiener erlitt Verletzungen, ein zweiter musste mit einer schweren Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Bei der Lawinensprengung am Fulseck im Gemeindegebiet von Dorfgastein (Pongau) starb ein Mitarbeiter der Bergbahnen. Beim Absprengen eines Schneebrettes kam es offenbar zu einer frühzeitigen Explosion, schilderte der Vorstand der Bergbahnen Dorfgastein, Rudolf Egger, der APA. Dabei wurde der 40-jährige Pistenchef getötet.

Der Pistenchef hatte die Sprengladung vorbereitet. Beim Hantieren damit dürfte die Sprengladung losgegangen sein. Der Familienvater war auf der Stelle tot. Der Pistenchef sei bestens ausgebildet gewesen, erst vor kurzem habe er einen Auffrischungskurs gemacht, zeigte sich Egger sehr betroffen. Das Unglück wird von Sachverständigen geprüft.

Zwei Tourengeher verletzt
Der Lawinenabgang in der Steiermark ereignete sich im Bereich des Preiner Gscheid (1.070 Meter) im Grenzgebiet zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Zwei Wiener Pensionisten (62 und 67 Jahr alt) wurden oberhalb des so genannten Karlgrabens von einer Lawine mitgerissen. Einer der beiden konnte sich leicht verletzt selbst aus dem Schnee befreien und verständigte per Handy die Einsatzkräfte.

Der Kampf der Ärzte um das Leben des zweiten Verschüttete ist vorerst erfolgreich gewesen. Der Mann wurde nach fünfstündiger Reanimierung vom Krankenhaus Neunkirchen ins Wiener AKH geflogen, teilte die NÖ Rettungsleitstelle LEBIG mit. Sein Zustand ist kritisch, da er stark unterkühlt war.

Große Lawinengefahr im Westen Österreichs
In Salzburg sorgten entlang der Tauern und im Lungau 50 bis 90 Zentimeter Neuschnee für erhöhte Lawinengefahr. Die Warnstufen wurden in den Hohen Tauern und im Lungau oberhalb von rund 2.000 Metern auf 4 angehoben. Darunter sowie in den inneralpinen Grasbergen und den Nordalpen ist die Gefährdung überwiegend erheblich (Warnstufe 3).

Auch in Teilen Tirols wurde die Lawinengefahr auf "groß", die Stufe "4" der fünfteiligen Gefahrenskala, angehoben. Für einige höher gelegene Straßenverbindungen etwa am Gerlospass, der Sellrainstraße ab St. Sigmund oder im hintersten Defereggental in Osttirol bestand Kettenpflicht für alle Fahrzeuge. Den meisten Neuschnee mit bis zu 60 Zentimetern gab es in Osttirol.

Am kritischsten war die Lawinensituation in Osttirol. Dort war die Gefahr oberhalb von etwa 2.000 Metern zumeist als groß einzustufen. Gefahrenstellen lagen in Triebschneehängen aller Expositionen.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee haben in Vorarlberg zu mehreren Schleuderunfällen geführt. Auf der Rheintalautobahn (A14) zwischen Frastanz und Nenzing stürzte ein Lkw-Anhänger um und blockierte die Fahrbahn.

Viele Staus und Behinderungen durch Unfälle
Auch in Niederösterreich klopfte der Winter an: Die weiße Pracht sorgte für Verkehrsbehinderungen und Unfälle. Laut dem ÖAMTC gab es auf der Südautobahn (A2) im Wechselabschnitt Probleme.

Im Stau blieben immer wieder Fahrzeuge hängen, Pflüge konnten nicht passieren. Behinderungen durch hängen gebliebene Fahrzeuge gab es auch auf der Außenringautobahn (A21) zwischen Alland und Steinhäusl.

Im Südburgenland fiel auf Grund der gebrochenen Bäume und Äste in einigen Gemeinden der Strom kurzzeitig aus. In Oberösterreich hat der Wintereinbruch kaum Probleme verursacht, ebenso in Wien.

(apa/red)