Winter-Comeback sorgt Imker: Minusgrade können Österreichs Bienenvölker dezimieren

Zwei Wochen Kälte oder Temperaturen unter -10° Auch frühlingshafter Winter stellt ein Problem dar

Winter-Comeback sorgt Imker: Minusgrade können Österreichs Bienenvölker dezimieren

Ein zu langer Wintereinbruch könnte den Bestand der österreichischen Bienenpopulation dezimieren. Wenn es 14 Tage kalt bleibt, könnten Schnee und Minustemperaturen negative Auswirkungen auf die Nektarsammler haben, die teilweise schon viel Brut in den Stöcken versorgen müssen, erläuterte Josef Ulz, Präsident des Österreichischen Imkerbundes, im APA-Gespräch.

Noch macht sich der Bienen-Experte um die Insekten jedoch keine Sorgen. Die Tiere können Extremsituationen relativ gut meistern und leben als kleine Überlebenskünstler seit 60 Millionen Jahren auf der Erde, meinte Ulz. Ein kurzer Wetterumschwung macht den Bienen daher kaum zu schaffen. Sollte es bereits am Wochenende wieder frühlingshaft warm werden, habe das kurze Winterintermezzo keine Auswirkung auf den Bestand.

Eine Gefahr stellt jedoch nicht nur die Länge des Wintereinbruchs, auch zu kalte Temperaturen sorgen für Probleme. Je niedriger, desto schwieriger wird es für die Insekten, erklärte der Präsident des Imkerverbandes. Der Bienenstock muss durch Bewegung der Flügelmuskeln geheizt werden. Ab einer Temperatur von zehn Grad Minus wird es für die Tiere kritisch und die Bienen hätten ein gewaltiges Problem die Bruttemperatur zu halten.

Auch frühlingshafter Winter macht Bienen zu schaffen
Vor eine heikle Situation stellt die Bienen aber auch der bisher grundsätzlich milde Winterverlauf, durch den die Tiere in den vergangenen Monaten viel ausgeflogen sind. Verläuft die Wintersaison ruhig und kühl, verbringen die Bienen den Großteil der Zeit im Stock und leben länger, so Ulz. Frühlingshaftes Wetter bedeutet für die Tiere jedoch Unruhe und viele Ausflüge, durch sie verhältnismäßig früher sterben.

Durch das permanente Fliegen in diesem Winter könnte die jetzige Generation möglicherweise zu früh absterben, sagte Ulz. Wäre dies der Fall bevor ausreichend junge Bienen nachgekommen sind, komme es zu einem kurzfristigen Populations-Knick. Sollten die Tiere im Frühjahr den Anschluss verpassen, können die Verluste jedoch rasch ersetzt werden. Laut Ulz wären die Bienenvölker spätestens im Herbst wieder auf ihre alte Größe angewachsen. (apa/red)