Wind und schlechte Sicht Spielverderber: Damen-Abfahrt in Val d'Isere abgesagt

Erste Absage des alpinen Olympiawinters Mandl: "Bei schlimmeren Verhältnissen gefahren"

Wind und schlechte Sicht Spielverderber: Damen-Abfahrt in Val d'Isere abgesagt

Erstmals im Olympia-Winter hat ein alpines Ski-Weltcup-Rennen abgesagt werden müssen. Atle Skaardal, Damen-Chef-Renndirektor des Internationalen Skiverbandes (FIS), wollte wegen unregelmäßiger Windverhältnisse mit Böen offenbar kein großes Risiko eingehen und entschied sich für eine Annullierung der Abfahrt in Val d'Isere. Topfavoritin Lindsey Vonn, die am Freitag die Super-Kombination gewonnen hatte, muss den Traum vom Hattrick im WM-Ort von 2009 damit begraben.

Der Speedbewerb hätte plangemäß um 10.45 Uhr starten sollen, wurde aber mehrmals verschoben, ehe kurz vor 13.00 Uhr die endgültige Absage erfolgte. "Leider war der Wind einfach zu stark, um ein sicheres Rennen zu gewährleisten", sagte FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis, die meinte, dass die späteste Startzeit 13.30 Uhr gewesen wäre, doch eine baldige Besserung nicht in Sicht gewesen sei. "Wir haben gesagt, wir sparen die Kraft der Mitarbeiter, damit wir morgen ein gutes Rennen durchführen können." Über einen Ersatzort soll kommende Woche diskutiert werden.

Kein Problem hätte es mit der Sicht gegeben, berichtete ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl, der anmerkte, dass sich trotz des Schneefalls in der Nacht und am Tag die Piste in einem sehr guten Zustand befunden habe und fahrbar gewesen sei. Zur Absage meinte Mandl: "Findet einerseits meinen Zuspruch, andererseits sind wir schon bei wesentlich schlimmeren Windverhältnissen gefahren. Von der Sicherheit wäre es kein Problem gewesen, aber Atle wollte wohl nichts riskieren."

Verständlich, dass die FIS in Zeiten wie diesen auf Nummer sicher geht, stehen doch Kreuzbandrisse und schwere Verletzungen im Rennsport fast auf der Tagesordnung. In Val d'Isere waren in den beiden Abfahrtstrainings bei besten Bedingungen die Kanadierinnen Larisa Yurkiw und Kelly Vanderbeek sowie die Französin Aurelia Urbain gestürzt und hatten sich Kreuzbandrisse zugezogen. Die Schweizerin Andrea Dettling erlitt in der Kombiabfahrt eine Adduktorenzerrung am linken Oberschenkel und eine Schuhrandprellung am rechten Schienbein.

Die Läuferinnen vertrieben sich am Samstag mit Warten am Start oder im Bergrestaurant sowie Skifahren die Zeit, die Steirerin Elisabeth Görgl hatte sich nach Platz drei in der Super-Kombi am Vortag und den zwei starken Abfahrtstrainings schon sehr auf das Rennen gefreut. "Kann man nichts machen, jetzt hoffen wir, dass wir morgen bessere Verhältnisse haben", sagte die 28-Jährige, die den bisher einzigen Saison-Super-G in Lake Louise für sich entschieden hat und auch Sonntag zu den Favoritinnen zählt.

Bedauerlich war die Abfahrtsabsage auch für Vonn, die die O.K.-Piste bei La Daille vor Val d'Isere in den Trainings und dem Rennen am Freitag nach Belieben beherrscht hatte. Im Gesamtweltcup liegt die US-Amerikanerin nach zehn Rennen ex aequo mit ihrer Freundin und Markenkollegin, der Deutschen Maria Riesch, voran. "Lustig, dass wir gleich viele Punkte haben, wir fahren aber auch beide gut. Ich schaue eigentlich nur auf ein Rennen nach dem anderen und nicht auf den Gesamtweltcup, aber weil jeder davon redete, widmet man dem halt ein wenig Aufmerksamkeit", sagte Vonn.

(apa/red)