Wimbledon-Siegerin von

"Ein Star ist geboren"

Tennislegende Martina Navratilova adelt Petra Kvitova nach dem Wimbledon-Triumph

Wimbledon-Siegerin - "Ein Star ist geboren" © Bild: GEPA/Grieves

Als sich Petra Kvitova ihren Kindheitsraum erfüllt hatte und überglücklich zu Boden sank, stand ihr großes Tennis-Idol Martina Navratilova applaudierend in der Royal Box. Beide Daumen in die Höhe gestreckt, nickte die Wimbledon-Rekordsiegerin ihrer tschechischen Nachfolgerin immer wieder anerkennend zu. Wohl wissend, wie überwältigend die Emotionen nach einem Triumph auf dem "Heiligen Rasen" sein können.

"Ich denke, das ist der Beginn einer großen Karriere", frohlockte Navratilova. "Ein Star ist geboren." Beim letzten Einzelerfolg der Ausnahmekönnerin am 7. Juli 1990 steckte Kvitova als vier Monate altes Baby noch in den Windeln. 21 Jahre später trug sich die Linkshänderin selbst in die Annalen der 125-jährigen Wimbledon-Geschichte ein. "Es ist ein Traum, es ist ein unbeschreibliches Gefühl", betonte die überwältigte Kvitova.

Direkt nach dem überraschend souveränen 6:3,6:4-Finalsieg über die russische Favoritin Maria Scharapowa ging die Tennis-Queen von Wimbledon am Samstag schnurstracks zu ihren Jugend-Heldinnen. Die neunmalige Gewinnerin Navratilova und Jana Novotna, die 1998 an der Church Road als zuvor letzte Tschechin triumphiert hatte, warteten in den Katakomben des altehrwürdigen Centre Courts schon auf die neue Weltranglisten-Siebte.

Tränen vor Freude
"Sie waren so glücklich. Ich habe geweint, nachdem ich sie getroffen hatte", berichtete Kvitova. Die beiden hätten sie inspiriert und wertvolle Tipps gegeben. "Es ist großartig, dass sie jedes Spiel von mir hier gesehen haben. Ich bin so stolz."

Kvitovas erster Grand-Slam-Titel könnte eine Zeitenwende im Damen-Tennis einleiten. Die Karrieren der Williams-Schwestern und die Laufbahn von Kim Clijsters neigen sich dem Ende entgegen, Justine Henin ist schon weg - der Generationswechsel ist in vollem Gang. Spielerinnen wie Kvitova oder die weißrussische Paszek-Bezwingerin Wiktoria Asarenka gehört die Zukunft.

Scharapowa verspricht Revanche
Und dann ist da natürlich noch Scharapowa. Den kleinen Teller für die unterlegene Finalistin in der Hand, kündigte die Russin noch während der Siegerehrung an: "Ich wollte die große Trophäe. Und das ist das, wofür ich hierher zurückkommen werde. Und ich werde sie bekommen." Obwohl erst 24 Jahre alt, verfügt die Wimbledon-Siegerin von 2004 über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. "Man sieht immer wieder, wie eine neue Generation nach oben kommt", sagte Scharapowa. Und dies sei nun halt bei den 125. All England Championships passiert.