Wim Wenders von

Orte des Verschwindens

Regisseur als Fotograf zeigt zerfallene Zivilisationen in neuer Ausstellung

  • Wim Wenders in seiner Ausstellung in der Galerie Ostlicht
    Bild 1 von 6 © Bild: APA/Jäger

    Wim Wenders - "Places, strange and quiet"

    Wim Wenders, der Regisseur als Fotograf.

  • Wim Wenders in seiner Ausstellung in der Galerie Ostlicht
    Bild 2 von 6 © Bild: APA/Jäger

    Wim Wenders - "Places, strange and quiet"

    Er stellt derzeit seine Raumfotografien in der Galerie Ostlicht aus.

Wim Wenders ist nicht nur als Regisseur erfolgreich, sondern auch als Fotograf. In der Wiener Galerie Ostlicht sind nun erstmals Fotoarbeiten des Künstlers auf österreichischem Boden zu sehen. Die Ausstellung "Places, strange and quiet" - erst die zweite seit der Eröffnung des Westlicht-Ablegers im Juni - vereint Aufnahmen aus mehreren Jahrzehnten und war zuvor bereits in Sao Paolo, London und Hamburg zu sehen. Das einende Moment der Bilder aus Armenien, Japan, Brasilien oder Deutschland sind menschenleere Räume, Orte des Verschwindens, Rudimente einer zerfallenden Zivilisation.

Bei den Aufnahmen aus Ostdeutschland grüßen auf verfallenden Bauten verwischte Aufschriften wie "Ewige Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion". Wieder andere Bilder wirken wie einem Wenders-Film entsprungen, erinnern an Edward Hoppers trostlose Stadtansichten. Auch verweisen bisweilen Schuss-Gegenschuss-Kombinationen auf den Brotberuf des Filmemachers.

Und doch blitzt hier und da auch der Humor Wenders durch, wenn ein Plakat von Audrey Hepburn von einem Rudel Teddybären begafft wird oder auf der Wand einer Ruine das Graffito "Ach was, halb so schlimm" zu lesen ist.

Info: "Places, strange and quiet"
in der Galerie OstLicht
Absberggasse 27
1100 Wien
6. Oktober bis 17. November
geöffnet Mittwoch bis Samstag 12 bis 18 Uhr
http://www.ostlicht.at
Buch zur Ausstellung: "Places, strange and quiet" von Wim Wenders
Verlag Hatje Cantz, Ostfildern 2011
124 Seiten,25,50 Euro
http://www.wendersimages.com/

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