'Willkommen zurück': Italiener wenden mit 2:0 gegen Ukraine Riesen-Blamage noch ab

Zweite Niederlage: Für Spanien wird's langsam eng Engländer und Niederländer schaffen nur Remis

Italien atmet auf. Der Fußball-Weltmeister hat seine Pflicht in der Qualifikation für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz erfüllt. Die Italiener fuhren mit 2:0 (0:0) gegen die ohne ihren erkrankten Superstar Andrej Schewtschenko angetretene Ukraine im dritten Spiel ihren ersten Sieg in Gruppe B ein. Vater des Sieges war Stürmer Luca Toni, der einen von Massimo Oddo verwerteten Elfmeter herausholte und den Endstand selbst besorgte. Toni hatte schon beim 3:0-Sieg im WM-Viertelfinale gegen die Ukrainer zweimal getroffen.

"Dieses Team bringt mir offensichtlich Glück", meinte der Goalgetter von AC Fiorentina, der maßgeblich dazu beitrug, den Job von Teamchef Roberto Donadoni zu retten. "Weg mit der Furcht", titelte die "Gazzetta dello Sport", nachdem die Italiener ein ähnliches Desaster wie 1984 vorerst abgewendet hatten. Damals hatten sie sich als amtierender Weltmeister nicht für die EM qualifiziert. "Willkommen zurück, Italien", meinte der "Corriere dello Sport". Dabei hatten die Italiener bis zum Elfertor von Oddo in der 71. Minute nicht wirklich überzeugt.

Dennoch setzte sich der Weltmeister hinter dem Überraschungs-Leader Schottland und Frankreich auf Platz drei. Frankreichs Teamchef Raymond Domenech führte das 0:1 in Glasgow einerseits auf die Ballbuben, die das Spiel zu langsam gemacht hätten, andererseits auf die Überheblichkeit seines Starensembles zurück. "Ich habe sie davor gewarnt", versicherte Domenech, der die erste Auswärtsniederlage Frankreichs seit 14 Jahren - 1992 führte ein 0:2 in Bulgarien zur späteren Nicht-Qualifikation für die WM 1994 in den USA - zu verantworten hatte.

2. Niederlage: Für Spanien wird's langsam eng
Ganz andere Probleme hat sein spanischer Trainerkollege Luis Aragones. Nach dem 2:3 in Nordirland setzte es im Schlager beim souveränen Tabellenführer Schweden mit 0:2 eine weitere Niederlage. Als derzeitiger Tabellenfünfter drohen die Spanier bereits sechs Punkte hinter dem Leader die EM-Qualifikation zu verpassen. Zweimal hat Aragones ("Jetzt bleibe ich erst recht") bereits seinen Rücktritt angeboten, doch der Verband steht zum streitbaren 68-Jährigen, der unter anderem auf den etatmäßigen Kapitän Raul verzichtet hatte.

"Wir haben volles Vertrauen in ihn", versicherte Verbandspräsident Angel Maria Villar - im Gegensatz zu den Fans und der spanischen Presse. "Wenn man da nicht verärgert ist. Das hält doch niemand mehr aus. Es muss unbedingt etwas geschehen", meinte die Sportzeitung "Marca". Mit den nationalen Medien hatte sich auch Griechenlands Teamchef Otto Rehhagel angelegt. Gegen Norwegen sorgte das zweite 1:0 in ebenso vielen Quali-Spielen allerdings für leichte Entspannung. Die Griechen sind auf dem Weg zu jener Effektivität, mit der sie sich 2004 in Portugal zum Europameister gemacht hatten.

Engländer und Niederländer schaffen nur Remis
England und die Niederlande kamen jeweils nicht über Remis hinaus. Während sich die Niederländer im strömenden Regen in Bulgarien dank eines Van-Persie-Kopftores ein 1:1 erkämpften, erzielten die Engländer gegen Mazedonien keinen einzigen Treffer. England blieb zwar auch im vierten Spiel unter Neo-Teamchef Steve McClaren ohne Gegentor, war vor 72.000 Zuschauern in Manchester allerdings offensiv auch erschreckend harmlos. "Die Flitterwochen sind vorbei", titelte die Boulevardzeitung "The Sun" vor dem Gastspiel in Kroatien.

(apa/red)