Williamson steht zu Holocaust-Thesen:
Will umstrittene Aussagen nicht widerrufen

Stellt sich somit gegen Aufforderung des Vatikans Bischof will Beweise für Gaskammern überprüfen

Williamson steht zu Holocaust-Thesen:
Will umstrittene Aussagen nicht widerrufen © Bild: APA/DPA/Pilick

Der umstrittene Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, will seine Aussagen zum Holocaust vorerst nicht widerrufen. Er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte der Katholik dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht. "Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen", fügte Williamson hinzu.

Der Vatikan hatte Williamson zuvor aufgefordert, er solle seine Äußerungen zum Holocaust öffentlich und eindeutig widerrufen. Williamson hatte in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern".

Sturm der Entrüstung
Die Aufhebung der Exkommunizierung von Williamson und drei weiteren Bischöfen der erzkonservativen Piusbruderschaft am 24. Jänner durch Papst Benedikt XVI. hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nach Angaben des Vatikans wusste Benedikt XVI. nichts von den Interview-Äußerungen Williamsons, die drei Tage zuvor veröffentlicht worden waren.

Der umstrittene Bischof erneuerte gegenüber dem "Spiegel" seine Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil. Die daraus hervorgegangenen Texte seien zweideutig, dies führe "zu diesem theologischen Chaos, das wir heute haben". Mit Blick auf die Pius-Bruderschaft erklärte Williamson, er wolle unter keinen Umständen "die Kirche und die Bruderschaft" weiter beschädigen.

(apa/red)