"Will schneller und konstanter werden": Interview mit Österreichs Wunderknaben

Steirer mit seiner Rookie-Saison nicht ganz zufrieden 22-Jähriger hat mit Buffalo den Stanley Cup im Visier

27 Tore und 23 Assists hat Thomas Vanek in seinem ersten Jahr in der National Hockey League für die Buffalo Sabres erzielt. Dennoch war der 22-jährige Steirer mit seiner Rookie-Saison nicht ganz zufrieden. Nachdem Österreichs Eishockey-Spieler des Jahres im Grunddurchgang nur einmal pausieren musste und zweitbester Torschütze seines Teams war, setzte ihn Cheftrainer Lindy Ruff im Playoff auf die Tribüne, als die Sabres sensationell ins Conference-Finale vorstießen. Für sein zweites Jahr (sophomore season) will er persönlich und mit der Mannschaft einen weiteren Schritt machen, erklärte er im Gespräch mit der APA.

APA : Herr Vanek, wie fällt mit Abstand Ihr Resümee Ihrer ersten
NHL-Saison aus?

"Für das erste Jahr hat es gepasst, ich habe die Ziele erreicht. Über die Punkte war ich sehr froh. Aber es war nicht einfach, weil Lindy Ruff viel auf Routine setzt. Wir wissen beide, dass ich meine Stärken nicht ausspielen kann, wenn ich in der vierten Linie fünf, sechs Minuten Eiszeit habe."

APA : Wird das heuer anders?

"So wie der Trainer redet, plant er mit mir das ganze Jahr unter den Top-Sechs-Stürmern. Aber ich muss meinen Teil dazu beitragen. Das Ziel ist, mehr Eiszeit und mehr Punkte als in der Vorsaison zu machen. Ich hoffe, ich werde konstanter."

APA : Welche Lehren haben Sie aus der Vorsaison gezogen, sind Sie in der Vorbereitung andere Wege gegangen?

"Ich habe ein bisschen anders trainiert. Ich hatte in Minnesota (Anm.: sein Wohnort in den USA) meinen eigenen Trainer. Wir haben mehr auf Fuß-Training Wert gelegt, auf Schnelligkeit und Kondition. Die AHL vor zwei Jahren war wie die alte NHL, die neue NHL ist viel schneller. Da habe ich mich anders orientieren müssen. Das Ziel war, schneller zu werden".

APA : In der Vorsaison ist Buffalo sensationell unter die besten vier Teams der NHL gekommen. Welche Erwartungen haben die Sabres heuer?

"Die Erwartungen sind höher als im Vorjahr. Im Vorjahr waren wir im Conference-Finale, heuer ist das Ziel der Stanley Cup. Wir haben eine gute Mannschaft, wir können es schaffen. In der Mannschaft hat sich nicht viel verändert, wir haben nur drei Spieler verloren. Wir haben wieder eine schnelle Mannschaft, sind offensiv stark, haben zwei gute Torhüter und ich glaube eine der besten Verteidigungen der Liga. Und wir kennen uns alle gut."

APA : Wer sind für Sie die stärksten Konkurrenten?

"Ich glaube, es wird wieder offen sein. Aber jeder weiß, es kann schnell gehen: In einem Jahr bist du ganz oben und im nächsten Jahr unten."

APA : Wie sehen Sie die Situation von Thomas Pöck bei den New York Rangers und von Michael Grabner, der die Vorbereitung der Vancouver Canucks mitgemacht hat, aber heuer wieder bei den Spokane Chiefs spielt?

"Pöck hat das Potenzial zu einem Stamm-Verteidiger. Die Rangers haben ihm in der Vorsaison nicht die Chance gegeben. Die hätte er sich aber verdient. Wenn er es nicht schafft, gibt es sicher einige andere Interessenten für ihn. Michael Grabner kenne ich nicht so, aber ich habe im Fernsehen sein erstes Tor gesehen. Er hat gut ausgeschaut. Für ihn ist es aber sicher besser, dass er heuer in Spokane spielt, dort stärker wird und seinen Körper ausbaut."

(apa/red)