Wilde Schießerei auf Militärstützpunkt:
Zehn Tote bei Blutbad auf den Philippinen

Militär verdächtigte einen islamistischen Rebellen PLUS: Waffendiebstahl kommunistischer Rebellen

Bei einer Schießerei in einem Militärdepot im Süden der Philippinen sind neun Soldaten und ein Zivilist ums Leben gekommen. Das Militär verdächtigte einen Rebellen der islamischen Terrorgruppe Abu Sayyaf als Todesschützen. Ebenfalls im Süden des Landes überfielen mutmaßliche kommunistische Guerillas ein Gefängnis und stahlen hunderte von Waffen.

Nach Angaben der Armee drang ein Unbekannter in das Militärdepot in Silangkan auf der Insel Jolo 1000 Kilometer südlich von Manila ein. Der Mann habe den Wachsoldaten überwältigt und erschossen und anschließend das Feuer auf die anderen eröffnet. Er sei von anrückender Verstärkung dann selbst getötet worden.

Ein anderer Militärsprecher mutmaßte, dass mehrere Eindringlinge an der Schießerei beteiligt waren. Jolo ist Standort der mit Al Kaida verbündeten Abu-Sayyaf-Gruppe.

Bei dem Gefängnisüberfall in Panabo hätten es die Täter ausschließlich auf die Waffen abgesehen, sagte ein Militärsprecher. Die 3700 Gefangenen konnten nicht entkommen. Die Männer seien im Morgengrauen mit fünf Kleinlastern vor dem Gefängnis vorgefahren. Sie hätten Uniformen einer Anti-Terror-Einheit getragen. Der Überfall ging nach Überzeugung des Militärs auf das Konto kommunistischer Rebellen.

Die Armee habe vorher einen entsprechenden Tipp bekommen, aber nicht gewusst, wo der geplante Überfall stattfinden sollte. Im Süden der Philippinen kämpfen seit den 60er Jahren kommunistische Kämpfer gegen die Regierung. (apa/red)