Wilde Flucht nach Doping-Affäre: Staats-anwaltschaft legt Anklage gegen Mayer vor

Widerstand gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung Ex-ÖSV-Trainer drohen bis zu drei Jahre Gefängnis

Die Anklage gegen den ehemaligen ÖSV-Trainer Walter Mayer wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung ist fertig und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Der ehemalige ÖSV- Verantwortliche für Langlauf und Biathlon war nach der Doping-Razzia bei Olympia in Turin und seiner anschließenden Flucht weltweit in die Schlagzeilen geraten.

Mayer drohen bis zu drei Jahren Haft. Bei der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter hatte er sich bisher in allen Anklagepunkten, die ihm in Kärnten zur Last gelegt werden, voll geständig gezeigt. Der Zeitpunkt des Strafprozesses steht noch nicht fest. "Erst muss eine Antwort aus Graz kommen", erläuterte Gottfried Kranz, der Leiter der Klagenfurter Anklagebehörde. Und das dauere erfahrungsgemäß bis zu zehn Tagen.

Der ÖSV-Trainer war am 19. Februar bei einer Kontrolle durch die Polizei in Paternion davongerast und in eine Polizeisperre gekracht. Er war in der Nacht zuvor Auslöser einer Razzia der italienischen Polizei in den Olympia-Quartieren der österreichischen Langläufer und Biathleten gewesen.

Der 48-jährige Mayer hatte in Paternion in seinem Auto geschlafen, die Polizei wurde von Anrainern darüber informiert, dass da "jemand in einem abgestellten Auto" sei. Beamte wurden ausgeschickt, um den Biathlon-Trainer zu kontrollieren. Als sie den Salzburger aufweckten und befragen wollten, startete dieser sein Fahrzeug und raste davon.

Die Beamten riefen Verstärkung. Eine Straßensperre wurde errichtet, vorschriftsgemäß mit Blaulicht und einem quer gestellten Fahrzeug. Mayer ließ sich davon aber nicht beeindrucken und raste ungebremst gegen das abgestellte Polizeiauto. Bei der Kollision wurden beide Autos total zerstört, Mayer erlitt eine leichte Kopfverletzung. Der Salzburger verweigerte einen Alkotest.

(apa/red)