Wikileaks von

Assange spöttelt über Mastercard

Aufdecker veröffentlicht neues Satire-Video

Wikileaks-Boss Julian Assange, momentan wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs zweier Frauen in Hausarrest, hat seinen persönlichen Rachefeldzug gegen Kreditkartenanbieter Mastercard fortgesetzt. In einem satirischen Videoclip nimmt er die Werbeslogans des Unternehmens auf die Schippe - weil Mastercard, wie auch Visa oder PayPal, die Überweisungen an die Enthüllungsplattform blockiert.

In dem Clip ist zunächst nur ein Mann, der auf einem Laptop tippt, zu sehen. Danach erzählt eine Stimme: „20 sichere Telefone, um anonym zu bleiben – 5000 Dollar“, „Prozesskosten in fünf Ländern – 1 Million Dollar“, „Server in über 40 Ländern – 200 000 Dollar“, „„Entgangene Spenden – 15 Millionen Dollar“, "zusätzliche Kosten durch Hausarrest – 500.000 Dollar“.

Erst dann sieht man den Mann vor dem Laptop: es ist Julian Assange. Über den Bildschirm laufen Bilder von der Revolution in Ägypten. Assange : „Zu sehen, wie deine Arbeit die Welt verändert – unbezahlbar.“ Und der markante Schlussatz: „Einige Menschen mögen keine Veränderungen. Für die anderen gibt es Wikileaks."

Das Satire-Video hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Seit nunmehr sechs Monaten kämpft Wikileaks gegen die Spendenblockade durch führende Geldhäuser wie Mastercard oder Visa. der sogar US-Finanzminister Geithner die rechtliche Grundlage abspricht. In dem Clip ist auch ein Hinweis eingeblendet, wie potenzielle Spender die Blockade umgehen können.

Anhörung am 12. Juli
Abseits davon sieht sich Assange derzeit dem Vorwurf ausgesetzt, in Schweden zwei Frauen sexuell missbraucht zu haben. Die Justiz des Landes hat deswegen Haftbefehl erlassen und die Auslieferung des Australiers beantragt. Ein britischer Richter erklärte den Auslieferungsantrag aus Schweden für rechtmäßig. Assange ging in Berufung, am 12. Juli soll es dazu eine Anhörung in London geben. Er selbst weist die Vorwürfe zurück.

Assange lebt derzeit im Haus eines Freundes in England. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden.