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Assange darf ausgeliefert werden

Wikileaks-Gründer muss Niederlage vor Londoner Gericht einstecken

Wikileaks - Assange darf ausgeliefert werden © Bild: APA/EPA/DANIEL DEME

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Mittwoch Vormittag eine schwere Niederlage vor Gericht einstecken müssen: Der Londoner High Court hat entschieden, dass der Australier nach Schweden ausgeliefert werden darf. Das Gericht verwarf damit eine Berufung von Assange. Der Chef der Enthüllungsplattform könnte allerdings erneut in Berufung gehen - sofern es ihm das Gericht erlaubt.

Innerhalb von 14 Tagen müsste Assange nämlich begründen, warum die Gerichtsentscheidung zu seiner Person von einem "größeren öffentlichen Interesse" sei. Wird die Begründung akzeptiert, könnte der Australier bis zur nächsten Verhandlung (wahrscheinlich erst nächstes Jahr) weiterhin in Hausarrest in Großbritannien bleiben.

Wird die Begründung allerdings nicht akzeptiert, könnte Assange innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden. Britischen Medien zufolge sei jedoch ein Termin um den 26. November wahrscheinlicher.

Die schwedische Justiz will den 40-jährigen Australier zum Vorwurf der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung vernehmen. Assange soll im August 2010 mit zwei Schwedinnen ohne ihre Einwilligung ungeschützten Sex gehabt haben. Assange bestreitet dies und sieht in den Vorwürfen ein politisches Komplott. Die Internetplattform zog durch die Veröffentlichung tausender vertraulicher US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich.