Wifo erhöht Prognose: Wirtschaftswachstum
soll in den nächsten Jahren höher ausfallen

BIP-Plus im Zeitraum 2007 bis 2011 nun mit 2,5 % Deutliche Ausweitung der Beschäftigung zu erwarten

Die österreichische Wirtschaft wird von 2007 bis 2011 real um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr zunehmen. Das Wachstum fällt damit deutlich höher aus als in den vergangenen fünf Jahren (+1,7 Prozent p.a.) und auch stärker als die bisher für diesen Zeitraum erwarteten +2,1 Prozent jährlich. In den kommenden Jahren ist im Euro-Raum mit einer Beschleunigung des mittelfristigen Wachstums zu rechnen, die in Österreich noch etwas übertroffen wird.

Die sich abzeichnende Erholung der deutschen Wirtschaft werde auf den gesamten Euro-Raum ausstrahlen, und die Expansionschancen in den neuen EU-Ländern und Beitrittsländern dürften das Wachstum zusätzlich beflügeln, erklärte das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut.

Auf Grund ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit werden die heimischen Exporteure davon überdurchschnittlich profitieren. Sie sind in Ost-Mitteleuropa und Südosteuropa besonders gut positioniert und profitieren im Euro-Raum von der anhaltend günstigen Entwicklung der Lohnstückkosten in der Sachgüterproduktion.

Der Konjunkturaufschwung erfasst auch die Investitionen der Unternehmen. Auch der Wohnbau, der in der Periode 2000/2006 dämpfend wirkte, erholt sich. Das Wachstum des privaten Konsums wird sich nur wenig beschleunigen, angesichts hoher Energiepreise bleibt vor allem der Pkw-Absatz schwach.

Die Nettorealeinkommen dürften pro Kopf weiterhin mäßig steigen, die Ausweitung der Beschäftigung wird insgesamt jedoch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stärken. Es wird unterstellt, dass die Sparquote der privaten Haushalte, die infolge der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt sowie der Pensionsreform merklich gestiegen ist, in den nächsten Jahren allmählich zurückgeht.

Ausweitung der Beschäftigung zu erwarten
Die Wachstumsdynamik wird eine deutliche Ausweitung der Beschäftigung bewirken. Da aber auch das in- und ausländische Arbeitskräfteangebot kräftig wächst, dürfte die Arbeitslosenquote nur wenig zurückgehen. Die Zahl der Beschäftigten wird um fast 1 Prozent p.a. zunehmen, am stärksten im Teilzeitbereich.

Die Arbeitslosenquote wird zwar 2007 sinken, sich danach jedoch bis zum Ende des Prognosezeitraums nur noch geringfügig auf 6,2 Prozent (laut AMS-Statistik) im Jahr 2011 verringern. Zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Änderung der Bezugsdauer von Kindergeld, die im Regierungsprogramm angekündigt wurden, sind in diesen Schätzungen nicht enthalten.

Die relativ hohe Arbeitslosigkeit dämpft weiterhin den Lohn- und Preisauftrieb. Im Laufe des Prognosezeitraums werden die Pro-Kopf-Einkommen nominell und real allmählich rascher steigen, die höheren Produktivitätssteigerungen weiten den Reallohnspielraum aus. Für den Rohölpreis wird im Durchschnitt der Prognoseperiode ein Wert von knapp 63 Dollar je Barrel unterstellt. Unter diesen Annahmen wird sich der Preisauftrieb bis 2011 nur geringfügig beschleunigen. Die Inflationsrate wird im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2011 bei 1 3/4 Prozent liegen.

Nach dem Abklingen der Effekte der jüngsten Steuerreform wird das Defizit der öffentlichen Haushalte kontinuierlich geringer werden, nimmt das Wifo weiter an. Die mittelfristige Entwicklung der öffentlichen Haushalte lasse sich jedoch nicht exakt abschätzen, da keine Budgetvoranschläge vorliegen und das österreichische Stabilitätsprogramm nur bis zum Jahr 2008 reicht.

(apa/red)