Wifo muss Gürtel jetzt enger schnallen:
Industrie kürzt Förderung um 170.000 Euro

Vereinigung argumentiert mit "Sparnotwendigkeiten" 2008 belief sich das Wifo-Budget auf 12,5 Mio. Euro

Wifo muss Gürtel jetzt enger schnallen:
Industrie kürzt Förderung um 170.000 Euro © Bild: APA/Schlager

Die Industriellenvereinigung (IV) kürzt dem Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) für das laufende Jahr 2009 die Fördermittel von 270.000 auf 100.000 Euro. Das steht laut "Standard" nun offenbar fest. An der Entscheidung zur Kürzung werde auch ein demnächst stattfindendes Gespräch zwischen Wifo-Chef Karl Aiginger und IV-Präsident Veit Sorger nichts mehr ändern, heißt es.

Wie bereits berichtet, sind Industrielle mit Aussagen von Wifo-Vertretern unzufrieden. Raiffeisen habe schon vor Wochen die Zahlungen an das Wifo eingestellt, so die "Presse".

Industrie: "Sparnotwendigkeiten" gegeben
Laut "Standard" argumentiert die Industrie mit "Sparnotwendigkeiten", macht aber auch kein Hehl daraus, dass Vorschläge einzelner Wirtschaftsforscher "einige industrielle Kragen zum Platzen gebracht" hätten. Genannt werden etwa Wifo-Experte Markus Marterbauer, Finanzmarktkritiker Stephan Schulmeister und Budgetexpertin Margit Schratzenstaller, die sich auch als Zeitungs-Kolumnistin betätigt.

2008 betrug das Budget des Wifo 12,5 Mio. Euro. Der größte Teil vom Gesamtbudget, 3,4 Mio. Euro, kam via Finanzministerium aus dem Bundesbudget, die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) steuerte rund 1,7 Mio. Euro bei, Arbeiterkammer (AK) und Wirtschaftskammer (WKÖ) rund 600.000 Euro auf, der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) rund 550.000 Euro und die Landwirtschaftskammer rund 100.000 Euro. Zum Vergleich: Das zweite große Wirtschaftsforschungsinstitut, das IHS (Institut für Höhere Studien) rechnet heuer mit 8,9 Mio. Euro. (apa/red)