Wiens Hofburg steht nicht rechts genug:
PORTRÄT von FPÖ-Kandidatin Rosenkranz

Freiheitliche Kandidatin schöpft Potenzial nicht aus

Wiens Hofburg steht nicht rechts genug:
PORTRÄT von FPÖ-Kandidatin Rosenkranz © Bild: APA/Hochmuth

Österreich wird mindestens weitere sechs Jahre auf eine Bundespräsidentin warten müssen. Die freiheitliche Kandidatin Barbara Rosenkranz war weit davon entfernt, Amtsinhaber Heinz Fischer in Gefahr bringen zu können. Auch das von Parteichef Heinz-Christian Strache vorgegebene Potenzial von 35 Prozent konnte die niederösterreichische Landesrätin nicht annähernd ausschöpfen.

Dass das Abschneiden von Rosenkranz kein blaues Wunder wurde, hat sich die dem rechten Rand der FPÖ angehörende Mutter von zehn Kindern selbst zuzuschreiben. Mit ihrem Herumlavieren in Sachen Verbotsgesetz und ihren nicht minder ausweichenden Antworten zur Existenz von Gaskammern hat sie sowohl das bürgerliche Lager als auch die "Kronen Zeitung" nachhaltig verschreckt.

Dabei hatte es Rosenkranz letztlich der auflagenstärksten Zeitung zu verdanken, dass sie überhaupt von den Freiheitlichen ins Rennen geschickt wurde. Seit sie als einzige der 183 Nationalratsabgeordneten gegen den EU-Vertrag von Lissabon gestimmt hatte, wurde die Landesrätin von "Krone"-Herausgeber Hans Dichand gehätschelt.

Mit dem Kleinformat verscherzt
Sogar eine Wahlempfehlung war Rosenkranz dem Zeitungszaren wert. Nach ihren zweideutigen Aussagen zur NS-Zeit war es mit der offensiven Unterstützung jedoch vorbei. Auch die ÖVP-Wähler, an die sich die FPÖ eigentlich wenden wollte, kehrten ihr den Rücken zu, umso mehr als bekannt wurde, dass Rosenkranz schon längst aus der Kirche ausgetreten war und ihre Kinder nicht taufen ließ. Schließlich konnte die grau melierte Kandidatin auch die von Heinz-Christian Strache angezogene Jugendschar nicht vom Sitz reißen.

Rosenkranz selbst entstammt einer bürgerlichen Familie, die auf tragische Weise früh zerbrach. Als sie sechs Jahre alt war, verunglückte ihre Mutter bei einem Flugzeugabsturz. Wenig später starb der Vater, die Tochter musste in ein Internat.

Studium ohne Abschluss
Studiert hat sie später Geschichte und Philosophie, allerdings ohne Abschluss. Barbara Rosenkranz lernte ihren Mann Horst-Jakob kennen, gebar zehn Kinder, gab diesen nordische Namen wie Hedda und Alwine und wurde Hausfrau. Als solche bezeichnet sich die vehemente Gegnerin des Feminismus auch noch im Jahr 2010, wo sie gut 15 Jahre Politik am Buckel hat. Faktisch ist mittlerweile der Gatte der Hausmann. Der ist auch der FPÖ zu rechts, arbeitete er doch einst im Umfeld von NDP-Gründer Norbert Burger oder Gert Honsik. Distanziert hat sich Barbara Rosenkranz von ihm nie, allerdings klar gestellt, dass man nicht immer die selben politischen Meinungen teile.

Ihr politischer Aufstieg erfolgte jedenfalls im legalen Spektrum, nämlich innerhalb der FPÖ. 1993 kandidierte sie erstmals für den niederösterreichischen Landtag, neun Jahre später zog sie in den Nationalrat ein - und wurde dort zur letzten freiheitlichen Bastion, als sich das BZÖ abspaltete. Rosenkranz zeigte erstaunliche Disziplin und Willenskraft, als sie wochenlang alleine und später unterstützt nur von Reinhard Bösch in dem umgefärbten Klub die FPÖ-Fahne hoch hielt. Ab da war sie eine Art Ikone in der FPÖ, eine Frau, die ihren Mann stand und mit dem "Gender-Wahn" so gar nichts anfangen konnte.

Zurück in die Heimat
2008 zog es Rosenkranz heim nach Niederösterreich. Die Landespartei, mittlerweile unter ihrer Führung, eroberte bei der Landtagswahl einen Regierungssitz. Beflügelt durch diesen Erfolg wollte Rosenkranz gleich wieder in den Nationalrat, und zwar als Dritte Präsidentin. Martin Graf wurde ihr vorgezogen, ein erster Riss in der Beziehung zu Strache, die mittlerweile als unterkühlt gilt. Ihr Standing könnte unter dem heutigen Wahlergebnis durchaus leiden, auch wenn die FPÖ wenigstens eine Frau in einer Spitzenposition braucht.

Eine Enttäuschung ansehen lassen wird sich Rosenkranz am Abend des Wahltages wohl nicht - wer sie kennt weiß, die 51-Jährige verliert ihre Fassung nie, schon gar nicht öffentlich. Und an ihren Positionen wird sie weiter festhalten, auch wenn sie im Wahlkampf sogar zu einem Notariatsakt in Sachen Verbotsgesetz gezwungen wurde - aber wie sagte Rosenkranz erst am Freitag bei ihrem Wahlkampf-Ausklang: "Mich kann man nicht biegen und schon gar nicht brechen."

(apa/red)

Kommentare

mir egal meine stimme hat rosenkranz.

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Endlich eine Frau mit Mumm ! Der rote Heinzi ist ja ein stummer Ja Sager. So wie er das Bundespräsialamt geführt hat, kann es ohne weiteres geschlossen werden-- eine weitere Amtsperiode braucht ihn keiner. Mit Rosenkranz hat Österreich eine neue Chance, eine Stimme die sicher im Ausland Gehör findet.

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Re: Endlich eine Frau mit Mumm ! Ich kann dem Kommentar leider nur zustimmen, Herr Fischer ist sicher der langweiligste BP den ich kenne, es ist für mich erschreckend, dass es nicht möglich war einen wirklich interessanten Gegner zu finden, er hätte sonst nicht die geringste Chance gehabt wieder gewählt zu werden, so nimmt man halt das geringere Übel oder geht nicht zur Wahl.

derpradler

Entschuldigung, wo, wer ist da die große Herausforderung? Die Fr. R. ganz sicher nicht!

Gelberdrache

gerade jetzt Meine Stimme hat sie auch.
X

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Klares JA für barbara Rosenkranz X Frau Barbara Rosenkranz ist eine gute Wahl - Sie zu wählen hat eine große Bedeutung für die Wurzeln der Kultur unseres Landes.
Barbara Rosenkranz ist eine Frau, die nicht dem manipulierten Trend der Zeit zum Opfer fällt, sondern eine Frau, die "Klasse" vorlebt in ungeschminkter Natürlichkeit und Treue zu sich selbst und den eigenen Prinzipien.

Danke, dass Sie für Österreich die demokratischen Werte aufrechthalten.

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Re: Klares JA für barbara Rosenkranz X Rosenkranz ist eine schlechte Wahl und völlig ohne Bedeutung.
Lieber Rosenkranz beten, als Rosenkranz wählen.
Können sie sich vorstellen, dass Rosenkranz eine Wirtschaftsdelegation nach Asien begleitet?

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Re: Klares JA für barbara Rosenkranz X Selbstverständlich kann ich mir das vorstellen und Frau Rosenkranz wird es besser machen als Heinz Fischer, da sie Authentizität mitbringt!

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Re: Klares JA für barbara Rosenkranz X Ja kann ich mir gut vorstellen. Und so nebenbei erwähnt: ein Hund hat als Begleiter einer Delegation mehr Ausstrahlung als der farblose langweilige Kriecher Fischer

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Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz für das überflüssigste Amt in diesem Land zu kandidieren und zum Opfer der scheinheiligen, heimtückischen Jagdgesellschaft zu werden - das haben Sie nicht verdient.

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Re: Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz oja hat sie doch

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Re: Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz Hallo remasuri. Bitte, erklär mir bei Gelegenheit, warum sie es verdient hat

Wien_1190 melden

Re: Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz das kann er/sie mit Sicherheit nicht!

er/sie kann immer nur genau das Gegenteil behaupten und zwar ohne jedliche Argumentation ;)

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Re: Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz Da er immer nur genau das Gegenteilk ohne jeglicher Argumentation behauptet könnte er ja Spitzenpolitiker bei der FPÖ werden ;)

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Re: Warum tun Sie sich das an, Frau Rosenkranz Waere Zeit fuer eine Frau, die sich auch fuer die Opfer interessieren kann und nicht einer der sich drueckt.
Es ist schon traurig, wie die Aufteilung in Oesterreich ist, eine Schicht hat Alles und viele haben wenig auch wenn sie mehr als sparen.

Die Banken drehen und wenden und kassieren, der Praesident ist am Klo in der Hofburg und wartet bis er wieder seinen noblen Verpflichtungen nachkommen kann. Fuer die Armen ist niemand da in dieser Republik.
Waere Zeit fuer eine Frau, die sich auch fuer die Opfer interessieren kann und nicht einer der sich drueckt.

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