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Wiener Seestadt: See
wird zum Baden freigegeben

Ab Juli erhält der 22. Bezirk einen neuen Badeplatz - mit Einschränkungen

Der See in der Seestadt Aspern © Bild: Bernhard Siquans/ STM Seestadt aspern

Der See hat Wiens Vorzeige-Wohnprojekt erst seinen Namen verliehen - Seestadt Aspern. Mittlerweile leben über 3.000 Bewohner in dem neu entwickelten Stadtteil. Der See war bisher allerdings nur schön anzuschauen. Darin Baden durften die Anrainer nicht. Das soll sich nun ändern.

"Am 3. Juli wird der Seepark eröffnet und damit das Schwimmen in See möglich sein", bestätigt die Pressesprecherin der "Seestadt Aspern" eine Ankündigung von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Er hatte am Dienstag gegenüber dem "ORF" bekanntgegeben, dass der See für Badende geöffnet wird. Es werden noch die letzten Wasserproben abgewartet, die jedoch laut Ludwig ziemlich sicher eine gute Wasserqualität bescheinigen werden.

Kein Gänsehäufel

"Für den Zugang zum See wurden auf dem südlichem Ufer eigens zwei Kiesstrandstreifen angelegt", teilt die Pressesprecherin mit. Es sei hier für Groß und Klein möglich in den See reinzuhüpfen. Der Grundwassersee sei jedoch nicht für einen Strandbadbetrieb, wie etwa das Gänsehäufel, ausgelegt. "Es gilt hier, auf die ökologische Balance des Gewässers zu achten. Sollte daher die regelmäßig erhobene Wasserqualität leiden, können übergangsweise Schutzmaßnahmen ausgesprochen werden", erklärt sie. Wenn sich also täglich hunderte Bewohner am See zum Abkühlen versammeln würden, könnte es mit dem Badevergnügen bald wieder vorbei sein.

Insgesamt umfasst der See 50.000 Quadratmeter, der Seepark ist 44.000 Quadratmeter groß.

Die Option, ob der Seestadt-See zum Baden freigegeben wird, hat die Projektleitung von Anfang an offen gelassen. Es war zwar das Ziel, dass die Bewohner im ausgebaggerten See irgendwann auch schwimmen können, doch die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht sind zu Baubeginn noch unbekannte Faktoren gewesen.

Der See im Zeitraffer

6.000 Bewohner bis Ende 2016

Der Andrang auf den See wird in Zukunft ziemlich sicher steigen, denn schon bis Ende 2016 sollen rund 6.000 Bewohner in der Seestadt wohnen, wie Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in einer Aussendung mitteilt. Bisher seien bereits insgesamt 1.770 Wohnung bezogen, weitere 1.084 werden bis Jahresende übergeben, so Ludwig. "Die Seestadt fungiert als Stadtlabor der Smart City Wien, als ein Ort, wo smarte Ideen, Technologien und Konzepte ausprobiert werden. Es ist ein Best-Practice-Modell moderner Stadtentwicklung mit sozialer und funktionaler Durchmischung", sagt der Wohnbaustadtrat. 999 gefördert errichtete Wohneinheiten auf 6 Bauplätzen inklusive 318 Heimplätzen im Studierendenwohnheim und 179 Wohnungen von 5 Baugruppen sind das Ergebnis des ersten Bauträgerwettbewerbs. Die Vorgaben waren: Kostenobergrenzen von maximal 90 Euro Eigenmittel pro Quadratmeter bei einer gedeckelten Miete von 7.50 Euro brutto pro Quadratmeter. Daneben mussten ökologische und soziale Anforderungen erfüllt werden.

Und die Seestadt soll stetig wachsen: Schulen und Kindergärten sind geplant. Die Errichtung von Geschäften, großen Parks und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wurden zum Teil schon umgesetzt. Im Süden der Seestadt sollen weitere Parkflächen in einem Flächenausmaß von 40.000 Quadratmetern mit Spiel- und Sportangeboten sowie Gemeinschaftsgärten entstehen. Für Geschäfte, Lokale und Kleingewerbe stehen in den Erdgeschoßen der Maria-Tusch-Straße, dem ersten Abschnitt der Seestädter Geschäftsstraße, zunächst 3.200 Quadratmeter an Flächen zur Verfügung.

"Dem Bedürfnis gelebter aktiver Nachbarschaft wird die Seestadt in besonderer Weise gerecht. 70 Gemeinschaftsgärtnerinnen und -gärtner, 80 Ideen im Ideenpool, 40 singende Mitglieder des Seestadtchors sind eine erste beeindruckende Bilanz", sagt Stadtrat Ludwig. Am 13. Juni lädt er die Bewohner der Seestadt zum Willkommensfest ein. Dort habe man die Möglichkeit, Nachbarn, aber auch die Unternehmen in der Seestadt besser kennen zu lernen sowie neue Bekanntschaften zu schließen.

Die Baustelle im Jahr 2014:

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