Chronik von

Wiener Polizisten sollen
Obdachlose misshandelt haben

Beamte nach Suspendierung wieder im Dienst

Polizei © Bild: APA/EXPA/MICHAEL GRUBER

Zwei Wiener Polizisten sollen im Februar in der Donaustadt eine Frau in einer Notunterkunft misshandelt bzw. dabei zugesehen haben. Eine Mitarbeiterin der Volkshilfe zeigte die Männer an. Die Polizisten wurden suspendiert, befinden sich aber mittlerweile wieder im Dienst. Publik wurde der Fall nun durch eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) durch NEOS-Mandatarin Stephanie Krisper.

Die Causa passierte in den frühen Morgenstunden des 22. Februar. Wie die Mitarbeiterin der Volkshilfe dem "Kurier" (Online) schilderte, habe sie wegen einer alkoholisierten Obdachlosen die Polizei verständigt. In weiterer Folge soll einer der Beamten die Frau mit einem Kleidungsstück geschlagen haben - im Beisein der Betreuerin. Als diese dann nicht anwesend war, soll der Polizist die Obdachlose zudem ins Gesicht geschlagen haben. Die Mitarbeiterin entdeckte diesen Übergriff erst, als sie das Videomaterial nach dem Einsatz kontrollierte.

Opfer konnte nicht befragt werden

Die beiden Beamten wurden am 23. Februar vorläufig suspendiert. Das Referat "Besondere Ermittlungen" der Landespolizeidirektion nahm Ermittlungen auf. Gegen jenen Beamten, der bei den Übergriffen zugesehen haben soll, wurde gar kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen den zweiten Beamten wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft am 23. Februar, also einen Tag später, eingestellt. Es habe zwar den Anfangsverdacht der Körperverletzung gegeben, allerdings hat sich dieser Tatbestand nicht erfüllt, sagte Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zu diesem Schluss sei man nach "mehrmaliger Durchsicht des Videos" gekommen. Darauf sei zu sehen, wie der Beamte der Frau zunächst mit einem Kleidungsstück gegen den Körper schlägt und ihr später einen "leichten Schlag auf den Hinterkopf" versetzt, berichtete die Behördensprecherin.

Wie aus der Anfragebeantwortung des Innenministeriums hervorgeht, wurden die Beamten selbst nicht vernommen. Zuvor habe man nämlich das "mutmaßliche Misshandlungsopfer" befragen wollen, dessen Aufenthalt "war und ist" jedoch unbekannt. Einvernommen wurde somit lediglich die Mitarbeiterin der Volkshilfe.

Nach Suspendierung wieder im Dienst

Am 26. Februar wurde gegen beide Beamte Disziplinaranzeige erstattet. Am 20. März wurde gegen den Beamten, der die Übergriffe verübt haben soll, die vorläufige Suspendierung bestätigt und das Disziplinarverfahren eingeleitet. Im Fall des zweiten Beamten wurde am 23. März die Suspendierung aufgehoben, am 4. April jedoch ebenfalls ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Eine mündliche Verhandlung fand am 21. Juni statt, dabei wurde die noch bestehende Suspendierung aufgehoben und das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen, geht aus der Anfragebeantwortung hervor.

Gegen beide involvierte Beamte lagen zuvor je zwei "nahezu 20 bzw. mehr als 20 Jahre zurückliegende Misshandlungsvorwürfe vor. Diese waren von der Staatsanwaltschaft Wien eingestellt worden, steht in der Anfragebeantwortung.

Kommentare

Die Polizei hätte viel wichtigere Arbeit zur Aufklärung unendlicher krimineller Delikte bzw. auf den Strassen (Raserei ohne Ende!!).

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