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Der Kieberer als Online-Haberer

Wie sich die Wiener Polizei erfolglos auf Twitter versucht

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Die Wiener Polizei versucht sich seit Kurzem auf Twitter. Der Start war holprig, man nervt das Publikum durch die Zweitverwertung fader Presseaussendungen. Zum Thema wird die Polizei auf Twitter natürlich trotzdem, wenn auch oft nicht in ihrem Sinne. Über die Räumung einer von Punks besetzten Pizzeria – mit 1.000 Beamten – lacht man beispielsweise noch heute. Das Image aufzupolieren wäre da sinnvoll. Aber vielleicht sollte man good vibes eher auf Instagram – ein Soziales Netzwerk, das sich um Fotos dreht – verbreiten: So wie die Polizei Islands, die dort sehr erfolgreich ihr Publikum unterhält. Mit Selfies oder Polizistinnen mit aufgeklebten Schnauzbärten beweisen sie Mut zur Selbstironie. Und das kommt an.

Islands Kieberer erreichen 160.000 Fans – das entspricht immerhin der halben Bevölkerung des Inselstaates. So haben die Foto-Polizisten wohl mehr zum Ruf ihrer Organisation beigetragen als jede PR-Kampagne. Nur eines von vielen Beispielen, wie sich Instagram verwenden lässt. Das Soziale Netzwerk ist so viel mehr als nur eine Plattform für Leute, die gerne ihr Essen fotografieren. Seit Kurzem weiß das auch die New York Times. Für sie ungewöhnlich, setzt sie ganz auf die Kraft ihrer stärksten Bilder. Da könnte sich Wiens Polizei etwas abschauen. Es muss ja nicht gleich das Foto einer Pizza sein.

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