Wiener Neustadt von

Asyl-Aktivisten als Schlepper?

Prozess gegen acht Männer gestartet - vier Angeklagte sind teilgeständig

Schlepper-prozess in Wiener NEustadt © Bild: APA/Pfarrhofer

Unter großem Medien- und Publikumsinteresse hat am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt ein Prozess wegen Schlepperei begonnen. Unter den acht Angeklagten sind Asyl-Aktivisten, darunter vier ehemalige Servitenkloster-Flüchtlinge. Sieben bekannten sich teilschuldig - etwa dadurch, dass sie damals im Park vor der Wiener Votivkirche campierenden Landsleuten manchmal Essen brachten.

Mitglieder eines internationalen Täternetzwerks und damit einer kriminellen Vereinigung zu sein, wie es die Anklage sieht, bestritten die Beschuldigten aus Pakistan, Indien und Afghanistan, die teilweise tadellos Deutsch sprachen. Sie sollen, so der Vorwurf, bei der illegalen Ein- und Weiterschleusung von über die Balkanroute nach Ungarn gebrachten Pakistani gewerbsmäßig mitgeholfen und für die Geschleppten auch Nächtigungsmöglichkeiten in karitativen Einrichtungen, insbesondere im Servitenkloster in Wien, organisiert haben. Staatsanwältin Gunda Ebhart sprach von "zahlreichen Fällen", aber auch davon, dass die Männer (im Alter von 19 bis 38) "kleine Rädchen" waren.

Schlepper-prozess in Wiener NEustadt
© APA/Pfarrhofer

"Kein Mensch ist illegal" stand auf den Sweatshirts von Demonstranten, die zu Verhandlungsbeginn laute Sprechchöre anstimmten. Auch im Saal gab es Unmutsäußerungen und Applaus bei den Vorträgen der Verteidiger, was die vorsitzende Richterin des Schöffensenats, Petra Harbich, unterband.