Wiener Linien von

Öffis fahren öfter

Angebotsausweitung bringt bereits ab Herbst 2013 mehr Kapazität zu Stoßzeiten

Wien: Die Diskussion um die Geisterlinie U5 ist neu entbrannt. © Bild: APA/Neubauer

Die Wiener Linien bereiten für Herbst die größte Angebotserweiterung seit Jahren vor. Zahlreiche U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnlinien werden zu stark frequentierten Tageszeiten werktags (Mo. bis Fr. mit Schulverkehr) in dichteren Intervallen unterwegs sein. Die Fahrgäste profitieren von kürzeren Wartezeiten und einem größeren Platzangebot. Allerdings werden im Gegenzug die Intervalle zu wenig frequentierten Randzeiten verlängert.

"Wir investieren in dichtere Intervalle, mehr Angebot und Kapazitäten für die Fahrgäste dort, wo die Nachfrage am höchsten ist. Wir verlagern schwerpunktmäßig Kapazitäten von schlecht ausgelasteten Frühmorgenstunden am Wochenende hin zu stark frequentierten Tageszeiten an Werktagen", erklärt Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien. Die Kosten für die Angebotserweiterung belaufen sich auf 11 Millionen Euro jährlich.

Die Wiener Linien verzeichnen seit Jahren steigende Fahrgastzahlen (907 Mio. im Jahr 2012). Auch der seit Mai 2012 verstärkte Boom der Jahreskarte unterstreicht den Trend zum Öffentlichen Verkehr. Derzeit besitzen rund 540.000 Menschen eine Jahreskarte.

U-Bahn fährt ab Oktober öfter

Andererseits ist ein verändertes Nutzungsverhalten festzustellen, bedingt durch die Nacht-U-Bahn, geändertes Freizeit- und Einkaufsverhalten, flexiblere Arbeits- und Geschäftszeiten sowie Wegfallen des Schülerverkehrs am Samstag. Immer mehr Fahrgäste sind werktags auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten unterwegs. Hier liegt die Auslastung bei bis zu 65 %. In den Morgenstunden am Wochenende sind die Fahrzeuge hingegen nur zu etwa 10 % ausgelastet.

Deswegen liegt der Fokus der Angebotserweiterung auf den stark ausgelasteten Tageszeiten nach der Morgenspitze und am Nachmittag bis frühen Abend an Werktagen (Mo. bis Fr.) mit Schülerverkehr. Dichtere Intervalle gibt es ab 5. Oktober (Eröffnung der U2-Verlängerung) auf den U-Bahnlinien; zum Beispiel vormittags nach der Morgenspitze bis zu Mittag auf der U1 und U3.

500.000 Fahrgäste profitieren

Hier bringt die Verdichtung von 4 auf 5 Minuten eine Kapazitätssteigerung von 25%. Deutlich verdichtet wird das Intervall auch auf der U2 ab 13 Uhr bis zum frühen Abend. Auch auf der U4 und der U1 sorgen kürzere Intervalle nachmittags für mehr Kapazitäten.

Bei der Straßenbahn werden die stark frequentierten Linien 43 und 49 tagsüber unter der Woche dichter geführt, um dem Fahrgastaufkommen Rechnung zu tragen. Bei Buslinien kommt es auf folgenden Linien zu Intervallverdichtungen an Werktagen mit Schulverkehr: 7A, 14A, 29A, 35A, 57A, 59A, 69A, 5B und 7B. Insgesamt profitieren jeden Werktag 500.000 Fahrgäste vom verbesserten Angebot.

Morgens fahren Öffis seltener

Auch aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft werden die Intervalle in den Morgenstunden am Wochenende an jene der - stärker frequentierten - Abendstunden angepasst. An Samstagen bedeutet das, dass U-Bahnen ab Beginn des Tagesverkehrs bis ca. 7 Uhr früh im 7,5-Minuten-Intervall verkehren, danach im gewohnten 5-Minuten-Takt. Busse und Straßenbahnlinien sind samstags bis 7 Uhr im 15-Minuten-Intervall unterwegs, danach alle zehn Minuten.

An einem Sonntag wird dieses bereits jetzt von Betriebsbeginn bis etwa 8 Uhr gültige Intervallschema um eine Stunde bis ca. 9 Uhr verlängert. In dieser einen Stunde am Sonntag sind beispielsweise auf der U3 nur 4.700 Fahrgäste unterwegs, 63.000 profitieren hingegen von Verdichtungen werktags allein auf der U3!

U6 folgt erst 2014

Auch in der Zukunft stehen weitere Angebotsverbesserungen für die Fahrgäste an. Bis 2015 investieren die Wiener Linien 350 Millionen Euro in die Modernisierung des Fuhrparks. Dazu zählt auch die neue Busflotte, die ab Herbst schrittweise erneuert wird. Größere Busse sorgen auch hier für mehr Kapazitäten.

Fünf zusätzliche Züge, die derzeit gebaut werden, ermöglichen ab 2014 dichtere Intervalle zur Hauptverkehrszeit auf der U6. 2017 ist der U1-Ausbau nach Oberlaa abgeschlossen.

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