Wiener Klubs trotz Remis die Verlierer:
Rapid und Austria stecken weiter in Krise

Gegen GAK & Sturm Siege in letzter Minute vergeigt Tirol neben Mattersburg der Gewinner der Runde

Die Wiener Groß-Klubs Austria und Rapid sind trotz zweier 1:1-Unentschieden als Verlierer aus dem Städteduell mit den Grazer Traditionsvereinen Sturm und GAK hervorgegangen. Während Double-Gewinner Austria im heimischen Horr-Stadion in der 87. Minute für die zuvor mangelnde Chancenauswertung bestraft wurde und gegen Sturm Graz zwei bereits sicher geglaubte Punkte verschenkte, erwischte es den Rekordmeister aus Hütteldorf beinahe zeitgleich. Die Grün-Weißen kassierten den Ausgleich in der Grazer UPC-Arena knapp zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.

Austria gegen Sturm und GAK gegen Rapid, diese Paarungen waren vor gar nicht allzu langer Zeit echte Bundesliga-Schlager. In der in einer englischen Woche eingebetteten 16. Runde standen sie aber im Schatten des Tabellenkellers. Warum die vier Mannschaften nach wie vor am Ende der Tabelle stehen, wurde den Zuschauern in beiden Stadien vor Augen geführt. Spielerische Glanzpunkte blieben Mangelware, Kampf und Krampf regierten sowohl in Wien als auch in Graz.

Nachdem die Austria bereits zum dritten Mal in dieser Saison einen Vorsprung verspielt hatte, - auch gegen Ried und Pasching kassierte man späte Ausgleichstreffer - war die Enttäuschung im Lager der Violetten naturgemäß groß. "Wir waren vor Sturm gewarnt, sind verdient in Führung gegangen, haben den Sack dann aber nicht zu gemacht", bilanzierte Austria-Trainer Georg Zellhofer, der nach drei Meisterschaftspartien seiner noch jungen Ära in Favoriten noch ungeschlagen, aber trotzdem nur mit fünf Punkten dasteht.

Zellhofer trauert vergebenem Matchball nach
"Der vergebene Matchball von Aigner war sicher der Knackpunkt. Kein Vorwurf, aber der muss einfach drin sein", trauerte Zellhofer einer vergebenen Groß-Chance des Austria-Stürmers in der 53. Minute nach, versuchte aber auch, die positiven Aspekte hervorzukehren: "Wir waren aggressiv, haben kaum Chancen zugelassen. Wir können uns sicher in den Spiegel schauen." Die Doppelbelastung durch den UEFA-Cup wollte Zellhofer zwar nicht als Ausrede gelten lassen, räumte aber ein: "Der Rückfall in der zweiten Hälfte ist sicher auch auf das dichte Programm zurückzuführen. Sturm ist noch dazu eine sehr laufstarke Mannschaft."

Auch Rapid hatte wenig Grund zur Freude, waren die Grün-Weißen dem ersten Auswärtssieg seit über einem Jahr in Graz doch näher als selten zuvor. "Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, sind nach der starken ersten Spielhälfte verdient in Führung gegangen. Nach der Führung haben wir es dann verabsäumt, in numerischer Überlegenheit das zweite Tor zu machen", erklärte Rapid-Coach Peter Pacult nach der kalten GAK-Dusche in der Schlussphase. "Die Mannschaft nimmt sich leider selbst das Selbstvertrauen, das sie sich zuvor erarbeitet hat. Spielerisch hat heute einiges sehr gut geklappt, allein das gute Ergebnis fehlt."

Söndergaard mit nüchtener Bilanz
GAK-Trainer Lars Söndergaard, der den "Machtkampf" mit Generalmanager Peter Svetits dank der Unterstützung von Präsident Stephan Sticher für sich entschieden hatte, wusste den schwachen Auftritt seiner Truppe einzuordnen: "Ich muss mich für das Spiel entschuldigen. Heute müssen wir nach dem Ausschluss und dem späten Ausgleich mit einem Punkt zufrieden sein. Im Gegensatz zum Spiel gegen Tirol habe ich das Kämpfen, das Alles-Geben vermisst. Wir waren einfach zu ängstlich. Jeder Spieler muss anfangen, einfach Fußball zu spielen."

Sticher betonte trotz der tristen sportlichen Situation: "Ich stehe hinter der Mannschaft, stehe hinter dem Trainer - dafür habe ich mich entschieden. Man hat gesehen, dass die Mannschaft Einsatz gezeigt hat, das war positiv."

Tirol Gewinner der Runde
Neben Salzburg-Bezwinger Mattersburg avancierte somit Wacker Tirol dank des 2:0-Auswärtserfolges über Pasching zum Gewinner der Runde. "Das war sehr wichtig für uns. Jetzt müssen wir auch zu Hause wieder zeigen, dass wir gewinnen können", freute sich Wacker-Trainer Frantisek Straka, ganz im Gegensatz zu seinem Gegenüber Didi Constantini, der mit seiner Mannschaft hart ins Gericht ging: "So kann man kein Spiel gewinnen. Wir waren zu wenig aggressiv ohne Ball, sind zu weit auseinander gestanden. Dann haben wir Fehler gemacht und die hat Innsbruck bestraft."

In Altach spiegelte das 0:0 zwischen dem Aufsteiger und der SV Ried die Qualität des Spiels wider. "Das war ein gerechtes Unentschieden zweier schwacher Mannschaften", analysierte Altach-Trainer Michael Streiter, der so wie Ried-Coach Helmut Kraft mit dem Punkt zufrieden war: "Wir waren heute müde, warum weiß ich nicht. Wir haben zumindest in der Defensive gut gearbeitet und uns dadurch den Punkt verdient."

(apa/red)