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Wohnen in Wien
wird immer teurer

Immobilienpreise zogen im ersten Halbjahr neuerlich an

Immobilien - Wohnen in Wien
wird immer teurer © Bild: iStockphoto.com

Wohnraum wird immer teurer, weitere massive Preisschübe nach oben dürften aber vorerst der Vergangenheit angehören.

In Wien waren für Eigentumswohnungen im quantitativ wichtigsten Teilmarkt, dem mittleren Preissegment, im ersten Halbjahr um rund 2,4 Prozent mehr zu bezahlen als vor einem Jahr. Gleichzeitig stiegen die Mieten um etwa 1,8 Prozent, heißt es in einer Studie des Immo-Consulters EHL.

Luxusbereich derzeit schwierigstes Marktsegment

Das derzeit schwierigste Marktsegment ist den Angaben zufolge der Luxusbereich. Das betreffe insbesondere Wohnungen, die nicht zu 100 Prozent den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht würden und entsprechend länger auf Käufer warteten. Es gebe zwar eine weiterhin zufriedenstellende Nachfrage nach sehr exklusiven Objekten, doch das reiche nicht, um das deutlich ausgeweitete Angebot auszugleichen. Das wirkt sich laut EHL weniger bei den absoluten Spitzenprodukten aus, die bis zu 35.000 Euro pro Quadratmeter kosten, sondern bei Wohnungen, die sich oft nur in Nuancen von den Top-Objekten unterscheiden. Bei Letzteren hätten Käufer wegen des großen Angebots "eine äußerst gute Verhandlungsposition" - sie können den Preis also spürbar nach unten drücken.

Der mit deutlichem Abstand teuerste Bezirk war heuer in den ersten sechs Monaten einmal mehr die Innere Stadt mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von rund 14.900 Euro. Über 5.000 Euro pro Quadratmeter waren im Schnitt in den beiden Bezirken Josefstadt (5.200 Euro) und Neubau (5.050 Euro) zu bezahlen, die auf Platz zwei und drei der teuersten Pflaster in Wien rangierten. Dahinter folgten Döbling (4.975 Euro), Alsergrund (4.900 Euro) und Hietzing (4.725 Euro).

Hier waren die Wohnungen am günstigsten

Am günstigsten waren die Wohnungen in Simmering (2.650 Euro), Floridsdorf (3.125 Euro), Brigittenau und Favoriten (beide 3.150 Euro) sowie in der Donaustadt (3.175 Euro). In den restlichen Bezirken waren dem EHL-Marktbericht zufolge im Schnitt etwa 3.500 bis 4.500 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch zu legen.

»Kaufpreise und Mieten werden in den kommenden Jahren moderat anziehen«

"Kaufpreise und Mieten werden in den kommenden Jahren moderat anziehen - die rasanten Anstiege wie in den zurückliegenden Jahren wird es vorläufig nicht mehr geben, einen Rückgang aber noch viel weniger", erwartet die Geschäftsführende Gesellschafterin der EHL Wohnen GmbH, Sandra Bauernfeind.

Der Wohnungsneubau sei zwar stark gestiegen, decke aber den jährlichen Bedarf an zusätzlichem Wohnraum noch immer nicht ab. Im ersten Halbjahr wurden in Wien etwa 4.600 neue Wohnungen fertiggestellt - das waren um rund 4,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Nachfrage werde das Angebot aber auch in den kommenden Jahren übersteigen, ist sich Bauernfeind sicher. Denn die starke Konjunktur und das niedrige Zinsniveau sorgten für eine steigende Investitionsbereitschaft der privaten Haushalte.

Baupreise deutlich gestiegen

Kleinere Immobilienprojektentwickler stießen angesichts der deutlich gestiegenen Baupreise infolge der starken Baukonjunktur zunehmend auf Probleme. Laut EHL erhöhten sich die Baukosten heuer gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 um 10 bis 20 Prozent. Baugrund wiederum hat sich zuletzt nur noch moderat verteuert - die Preise bewegen sich bereits auf sehr hohem Niveau. Grundkosten von weniger als 1.000 Euro pro Quadratmeter sind in Wien laut EHL "praktisch nicht mehr zu finden".

»Wenn die hohen Baupreise das aktuelle Niveau beibehalten, wird das ein echtes Problem für den Gesamtmarkt«

"Wenn die hohen Baupreise kein vorübergehender Ausreißer sind, sondern das aktuelle Niveau beibehalten, wird das ein echtes Problem für den Gesamtmarkt", meint Bauernfeind. Schon jetzt würden Projekte verschoben, weil sich die Kalkulationen nicht mehr ausgingen. Das könne speziell im Preissegment "Leistbares Wohnen" zu einer Einschränkung des Neuflächenangebots führen.

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