Wiener Grüne werden das Chaos nicht los:
Partei spaltet sich im 6. Gemeindebezirk auf

"Echt Grün" wirft der Landespartei "Putsch" vor Entscheidung für Klubobfrau Vassilakou "bedauerlich"

Wiener Grüne werden das Chaos nicht los:
Partei spaltet sich im 6. Gemeindebezirk auf © Bild: APA/Oczeret/NEWS.at

Nach den jüngsten Konflikten in der Josefstadt, die mit dem Absägen des amtierenden grünen Bezirksvorstehers Heribert Rahdjian geendet hatte, müssen sich die Wiener Grünen rund vier Monate vor der Wahl erneut mit internen Querelen herumschlagen. So hat sich die Bezirksmannschaft in Mariahilf gespalten, womit nun zwei grüne Fraktionen antreten werden. Der sechste Bezirk gilt für die Grünen als Schlüsselbezirk, weshalb die Partei angekündigt hatte, intensiv um Stimmen im derzeit rot regierten Mariahilf kämpfen zu wollen.

Die abgespaltene, acht Personen umfassende Fraktion mit dem Vorsitzenden Manfred Rakousky wird im Herbst unter dem Listennamen "Echt Grün - Die Mariahilfer Alternative" den Grünen im Bezirk Konkurrenz machen. Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Wahl der Noch-Gemeinderatin Susanne Jerusalem zur grünen Bezirksvorsteherkandidatin. Die Gruppe rund um Rakousky sah darin einen "Putsch" der Landespartei, wie sie in einer Aussendung wissen ließ. Grüne Grundwerte seien dadurch verraten worden. Der Neo-"Echt Grün"-Chef war bei der Bezirkslistenerstellung Jerusalems einziger Gegenkandidat um die Nummer 1 gewesen und seiner Rivalin mit 32 zu 12 Stimmen unterlegen.

"Es gab bis gestern Verhandlungen mit den Gruppen und dem Landesvorstand über einen Kompromiss", so Rakousky. Die Bezirksgruppe sei vor einem Jahr noch "wunderbar vereint" gewesen. Die Möglichkeit einer Wiedervereinigung in naher Zukunft sieht er derzeit nicht: "Jetzt ist die Mauer so hoch, dass sie für uns unüberwindbar ist." Aber falls ein faires Angebot komme - "jetzt oder nach der Wahl" - könne man durchaus darüber nachdenken.

Vassilakou bedauert Entscheidung
"Es ist bedauerlich, dass diese Gruppe die klare demokratische Entscheidung nicht akzeptiert, aber ich kann es nicht ändern", kommentierte Klubobfrau Maria Vassilakou die neuerlichen Reibereien. Die grüne Bezirksgruppe mit Jerusalem als Spitzenkandidatin sei jedenfalls ein stabiles Team. Sie sei nach wie vor guter Dinge, dass man den sechsten Bezirk erobern werde. "Die Bezirke sind ein eigener politischer Mikrokosmos", gab die Wiener Grünen-Chefin zu bedenken. Konflikte am Vorabend einer Wahl seien - auch bei anderen Parteien - keine Seltenheit. Da nun in allen 23 Bezirken die grünen Listen erstellt worden seien, erwarte sie sich nun keine Grabenkämpfe mehr, zeigte sich Vassilakou optimistisch.

Die Mariahilfer Spitzenkandidatin Jerusalem räumte ein, dass die Querelen die Chancen auf die Umfärbung des Bezirks schmälern könnten, aber man könne niemand daran hindern, selbst zu kandidieren. Man habe zuletzt über eine neuerliche Listenwahl verhandelt, sei aber zu dem Entschluss gekommen, dass dies aus demokratischen Gründen nicht gehe. Man werde sich jedenfalls im Bezirk voll auf den Wahlkampf konzentrieren.

Nicht der erste grüne Machtkampf
Erst kürzlich führte die grüne Bezirksgruppe in der Josefstadt ihre Machtkämpfe öffentlich aus - mit der Konsequenz, dass der Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian nicht mehr zum Spitzenkandidaten gewählt wurde. Ihm war es beim Urnengang 2005 gelungen, die traditionell bürgerliche Josefstadt umzufärben. Alexander Spritzendorfer soll nun dafür kämpfen, dass der - abgesehen von Neubau - einzige grüne Bezirk auch weiterhin einen grünen Bezirksvorsteher haben wird.

(apa/red)

Kommentare

derpradler
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Ha! Ha! Bitte, wie soll das Chaos das Chaos los werden?!

derpradler
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Re: Ha! Ha! Ein Übel kann das bel nicjht bekämpfen. Chaos kann Chaos nicht beseitigen!

Wären die Grünen gegen erneuerbare Energie... ...wir wären auf den Gebiet längst viel weiter. Wichtige neue politische Themen müssen professionell Vorgetragen werden. Wenn die Grünen was vortragen ist man irgendwie dagegen, auch wenn man eigentlich sonst dafür sein würde.

1998 schafften es die deutschen Grünen die ökologische Steuerreform derart diletantisch darzustellen, daß jeder meinte "5 DM pro Liter - die Ökofaschisten wollen mir das Auto wegnehmen"
http://politik.pege.org/2009-dilettantismus/
Das Thema war von den Grünen so abgeschossen, daß 12 Jahre lang keine Partei es wagte darüber nach zu denken.

Es hat der monatelange Überzeugungsarbeit der PEGE gefordert die ökologische Steuerreform wieder Salonfähig zu machen. Seit Jänner beschäftigt sich die ÖVP damit.

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Eine Chaotentruppe engleitet der Glawischnig So ist es halt bei den Chaoten von den Grünen. Sie unterscheiden sich von der FPÖ des H.C. Strache, vom BZÖ des Alkorasers Haider und vom FPK des EU-Förderungsmittelnehmers Scheuch keinen Millimeter, was die Abspaltungen anbelangt. Bei denen weiß auch schon niemand mehr, wenn er wählen soll und wenn er das Kreuzerl bei Grün gemacht hat, wenn er gewählt hat. Da sieht man einmal mehr, was der "Stabilitätsfaktor" Van der Bellen wert war. Seit die Gradischnig mit ihrer Frauen-Chaotentruppe das Zepter übernommen hat, herrscht Chaos pur! Keine Führungsqualitäten die Damen. Also ab in die Versenkung mit ihnen.

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Re: Eine Chaotentruppe engleitet der Glawischnig eine Partei denen die Österreicher am A.... vorbeigeht,geht mir genauso am A.... vorbei.

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Re: Eine Chaotentruppe engleitet der Glawischnig Unter dem Van der Bellen hätts das nicht gegebn, @Freak40 sieh dir lieber mal ein par Diskussionsrunden mit ihm an - das würde deine Wirtshausbehauptungen widerlegen...

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Re: Eine Chaotentruppe engleitet der Glawischnig Wieder mal eine äusserst fundierte, das Niveau hebende und klar differenzierte Aussage von Freak40.... Find ich gut, dass denen Österreicher wie Du am A.... vorbeigehen.

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