Wiener Frauenmund-Pissoir wird abgebaut: Politikerinnen-Proteste zeigten Wirkung!

Skandal-Muscheln werden nun im Internet versteigert Allerdings: Kritisierte Toiletten seit 3 Jahren dort<br>MITSTIMMEN: Verstehen Sie die ganze Aufregung?

Wiener Frauenmund-Pissoir wird abgebaut: Politikerinnen-Proteste zeigten Wirkung!

Schnelle Lösung im Wiener Pissoir-Konflikt: Nachdem zahlreiche Politikerinnen gegen die Pissoir-Muscheln in Form von Frauenmündern protestiert hatten, die in einer Toilettenanlage nahe der Staatsoper hängen, lenkte der Betreiber ein. "Wir werden das in den nächsten 14 Tagen abmontieren", so Gerhard Neuhold.

Allerdings zeigte er sich verwundert über die jetzige Aufregung, zumal die Mund-Muscheln von einem Künstler gestaltet seien. Außerdem hingen diese bereits seit drei Jahren in seiner Anlage, der "Opera Toilet" in der Opernpassage.

Zuvor hatte Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely von einer "widerwärtigen, frauenfeindlichen Geschmacklosigkeit sondergleichen" gesprochen und die Demontage der Pissoir-Muscheln gefordert. Auch die Grüne Frauensprecherin Monika Vana geißelte die Ausgestaltung der Herrentoilette als "sexistisch und unangebracht." Und die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel, hatte sogar Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses erstattet.

Muscheln werden nun im Internet versteigert
Wiens derzeit bekannteste Pissoirmuscheln werden bei eBay versteigert: In gut einem Monat sollen die umstrittenen Pissoirs ins Internet gestellt werden, kündigte Betreiber Gerhard Neuhold im APA-Gespräch an. Davor würden die seit drei Jahren in Gebrauch befindlichen Pissoirs noch sandgestrahlt.

Sollte das Interesse an den Muscheln in Lippenform groß sein, könne man sogar nachproduzieren. Er verstehe jedenfalls die Aufregung um seine Prachtstücke nicht, so Neuhold, der nach den gestrigen Protesten von Politikerinnen angekündigt hatte, die Anlage abzubauen. Man habe im Vorraum der Toilette Kameras montiert, deren Aufnahmen zeigen würden, dass im Laufe der Jahre nahezu alle männlichen Stadtpolitiker die Anlage benutzt hätten - ohne sich aufzuregen.

(apa/red)