Wiener Fanzone wegen Unwetter geräumt:
Fußballanfans liefen kreischend vom Areal

Grund für die Maßnahme ein bevorstehender Sturm Zwei Verletzte: Beim Verlassen niedergetrampelt

Wiener Fanzone wegen Unwetter geräumt:
Fußballanfans liefen kreischend vom Areal © Bild: APA/Pfarrhofer

Gespenstische Bilder von einer leergefegten Fanzone übertrug sogar "Al Jazeera" vom Rathausplatz in Wien. Während das Halbfinalspiel Türkei-Deutschland in seine Schlussphase ging, zog ein Regensturm über die Bundeshauptstadt. Vom spannenden Spielverlauf bekamen nicht nur die Fans nichts mit, es gab einen totalen Sendeausfall. Statt Fanmassen ergossen sich Sturzbäche über den Rathausplatz. Die plötzliche Räumung hat zwei verletzte Personen gefordert. Die Besucher wurden beim fluchtartigen Verlassen niedergestoßen.

Die Blessuren einer 18-Jährigen, die mit Verdacht auf eine Beckenfraktur in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, stellten sich als leichter heraus. Die junge Frau war beim plötzlichen Aufbruch gestürzt. Offenbar waren nachdrängende Menschen über die 18-Jährige gestolpert.

Unwetterwarnung kam plötzlich
Die Unwetterwarnung kam plötzlich und unerwartet. Nachdem viele geglaubt hatten, dass mit dem ersten Guss alles überstanden wäre, zog gegen 22.20 Uhr ein heftiger Regensturm auf. Zu dem Zeitpunkt, als die Live-Übertragung endgültig ausfiel, waren schon Tausende auf der Flucht. Wenig später huschten fast nur noch einige triefend nasse Gestalten über den Rathausplatz, ständig begleitet von Durchsagen, dass das Gelände so rasch wie möglich zu verlassen sei.

Einige wenige Fans trotzten dem Wetter weiterhin beharrlich, hüpften kreischend in den Pfützen auf und ab und spritzten sich gegenseitig mit Regenwasser an. Auch die Kellner, die zum Ärger der wetterfesten Fans zusperren wollten, mussten daran glauben: Noch während des Schließens ihrer Stände bekamen sie becherweise dreckiges Wasser ins Gesicht. Grüppchen, die sich gänzlich weigerten abzuziehen, mussten von der Polizei aus der wasserüberfluteten Partymeile geleitet werden.

Ergebnis bekamen nur wenige mit
Als sogar das Media-Center gegenüber vom Burgtheater aufgrund der Sturmwarnung geräumt werden musste, verbarrikadierten sich viele Fans in den Rathaus-Arkaden, wo die ohnehin gefüllte Lokale von Menschentrauben belagert wurden. Das Ergebnis des Spiels - nämlich 3:2 für Deutschland - bekamen nur wenige mit. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde: Die deutschen Fans jubelten, die Türken trauerten.

Über den weiteren Spielverlauf - als das Bild ausfiel, stand es noch 1:1 - wurde heftigst gerätselt. Doch immer lauter wurden die Jubelschreie der deutschen Anhänger, die bereits "Finale! Finale!" skandierten.

(apa/red)

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