Wiener Börse mit neuem 4-Jahres-Minus:
Nach AUA-Turbulenzen fällt ATX nach unten

Rezessionsängste drücken internationale Börsen OMV verliert - Ölsektor steht weiter unter Druck

Wiener Börse mit neuem 4-Jahres-Minus:
Nach AUA-Turbulenzen fällt ATX nach unten © Bild: APA/DPA/Roessler

Die Wiener Börse hat wieder einen Negativrekord zu verzeichnen. Der ATX fiel um 49,22 Punkte oder 2,49 Prozent auf 1.924,68 Einheiten und damit auf ein neues Vierjahrestief. Eine starke Schlussauktion ließ den ATX von seinem Tagestief entfernt schließen. Zuvor hatte die schlechte Stimmung an Europas Börsen angesichts der Angst vor einer Rezession für deutlichere Verluste gesorgt.

Der freundliche US-Börsenstart brachte dann eine leichte Erholung der meisten Indizes mit sich. Das gehandelte Volumen fiel erneut sehr dürftig aus. Der ATX fiel zeitweise unter 1.900 Punkte und damit auch im Verlauf auf neue Vierjahrestiefs. Am Mittwoch hatte der Index erstmals seit September 2004 unter 2.000 Punkten geschlossen.

AUA-Turbulenzen
Im Fokus standen erneut die Turbulenzen bei der AUA. Die Aktien der Fluglinie waren bis 16.45 Uhr vom Handel ausgesetzt. Danach ging es für die Papiere steil nach oben mit einem Plus von 22,46 Prozent auf 3,49 Euro (292.283 Stück). Derzeit prüft die ÖIAG das Angebot der Deutschen Lufthansa, das die Airline bis morgen, Freitag, zusammen mit ihrem Preisangebot finalisieren soll.

Die entgegengesetzte Entwicklung zeigte sich bei AvW Invest. Die Papiere, die am Vortag um 15.00 Uhr vom Handel ausgesetzt worden waren, wurden am Berichtstag wieder gehandelt und fielen mit einem Minus von 30,36 Prozent auf 19,50 Euro ans Ende des Kurszettels (5.496 Stück). Bereits am Mittwoch waren die Aktien um 30,0 Prozent eingebrochen.

Ölsektor unter Druck
Die Aktien der OMV verschlechterten sich um 3,73 Prozent auf 21,17 Euro (868.057 Stück). Nachrichten über einen ansehnlichen Gasfund des Unternehmens in Tunesien fanden wenig Beachtung. Der gesamte europäische Ölsektor stand trotz des gestiegenen Ölpreises unter Druck.

Die Analysten von JP Morgan haben ihr 12-Monatskursziel für die voestalpine-Aktien deutlich um 46 Prozent von 71 auf 36 Euro gekappt. Das Anlagevotum "Overweight" bestätigten die Experten hingegen. voestalpine stiegen leicht um 0,30 Prozent auf 16,55 Euro (1,125.071 Stück).

Bank-Aktien fallen weiter
Auch zu den beiden schwer gewichteten heimischen Bankentiteln wurden Analystenstimmen veröffentlicht. Die Deutsche Bank hat Raiffeisen International von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 94 auf 30 Euro gekappt. Für die Erste Group senken die Experten das Kursziel von 31 auf 21 Euro, bestätigen jedoch das Anlagevotum "Neutral". Raiffeisen International schlossen nach einem schwachen Handelsverlauf um 1,53 Prozent verbessert bei 26,50 Euro (994.125 Stück). Erste Bank fielen nach volatilem Verlauf hingegen um 1,0 Prozent auf 19,90 (1,386.103 Stück).

Zu Wienerberger meldete sich Merrill Lynch zu Wort. Die Papiere des Ziegelherstellers werden nun mit "Underperform" gesehen nach "Neutral", die Aktien reduzierten sich um 6,07 Prozent auf 13,15 Euro im Wert (960.187 Stück).

Die Immofinanz schüttet nun doch keine Dividende aus. "Wenn sie in Finanzproblemen sind, ist es nicht sinnvoll, eine Dividende auszuschütten", sagte ein Händler. Die Papiere des zuletzt stark gebeutelten Immobilienfinanzierers fielen um 8,47 Prozent auf 1,08 Euro (2,451.782 Stück).(apa/red)