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Ziesel sollen bleiben

Wohnungen statt Zieselbauten: Protest gegen Absiedlung der Nager aus Floridsdorf

Junges Ziesel © Bild: APA/Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky

Lebensraum statt Wohnraum: In Wien wird am Wochenende für Nagetiere demonstriert. Die Initiative IGL-Marchfeldkanal veranstaltet am Samstag eine "Zieselwanderung" - um sich für einen Verbleib der Tiere in ihrem angestammten Grundstück beim Heeresspital in Floridsdorf einzusetzen. Denn dort sollen Wohnungen errichtet werden. Der Kleintierkolonie droht die Absiedlung. Dass das Bauvorhaben Rücksicht auf die Ziesel nimmt, reicht den Aktivisten nicht.

Die Projektbetreiber haben schon vor Monaten versichert, dass eine "sanfte Umleitungsmaßnahme" geplant ist, die gemeinsam mit der Stadt und Experten erarbeitet wurde. Die Tiere sollen auf geeignete Nachbargrundstücke umsiedeln. Auf den bisherigen Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Nager sollen in den nächsten Jahren rund 950 geförderte Wohnungen errichtet werden.

Der Bauträgerwettbewerb für das Areal zwischen Brünner Straße und Marchfeldkanal wurde um den Ziesel-Aspekt erweitert. Der Startschuss für das Verfahren ist bereits erfolgt, wie Peter Fleissner vom Bauträger Kabelwerk - dem auch die betreffende Grundstücke gehören - betonte. Derzeit läuft bereits der Bauträgerwettbewerb. Bis zum Baubeginn werden, so schätzte er im Gespräch mit der APA, noch rund eineinhalb bis zwei Jahre vergehen.

Gleichzeitig soll die Abwanderung der Ziesel erfolgen. Wobei nicht geplant sei, die Tiere zu fangen und umzusiedeln, versicherte Fleissner. Beim Bauträger setzt man vielmehr darauf, dass die Nachbarn freiwillig umziehen. Derzeit werden die Ersatzflächen aufbereitet: "Wir hoffen, dass sie angenommen werden." Vorher, so erklärte er, dürfe nicht gebaut werden - oder zumindest nur sehr beschränkt: Lediglich einer von sechs Bauplätzen sei "zieselfrei".

Die Naturschützer sind mit den versprochenen Maßnahmen eher nicht zufrieden. "Eine wehrlose Reliktkolonie streng geschützter Ziesel soll vertrieben und ihr Lebensraum unwiederbringlich zerstört werden", warnen sie auf ihrer Homepage "ziesel.org". Die angebotenen Nachbargrundstücke seien ungeeignet - weil entweder Kanalböschungen oder aus einem "Fleckerlteppich verstreuter Einzelflächen" bestehend.

Kommentare

brauser49
brauser49 melden

Bei allem Verständnis fuer diese putzigen Tierchen, der Mensch braucht nun mal mehr Lebensraum !

christian95 melden

Und Wien neue "Proletarier". Nur diese können der Linken weiterhin den Wahlerfolg sichern.

Ivoir
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@brauser49 ....Der Mensch braucht nun mal Lebensraum!"
Das ist aber auch einer der Gründe, warum fast jährlich irgendeine Region in Österreich absäuft und weshalb auch im nahen Osten kein Friede auf dauer hält.

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