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Minus im Weihnachtsgeschäft erwartet

345 Mio. Euro Umsatz erwartet: Minus 1,5 Prozent - viele Geschenke schon gekauft

Weihnachtsgeschäft © Bild: Thinkstock

Das Weihnachtsgeschäft wird in Wien nicht das Niveau des Vorjahres erreichen. Laut der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer wird ein Umsatz von rund 345 Mio. Euro erwartet, also rund 1,5 Prozent weniger als 2013. Das teilte die Kammer am Mittwoch in einer Aussendung mit.

"Wir erwarten in Wien ein solides Weihnachtsgeschäft im Dezember, das aber wahrscheinlich nicht ganz das Ergebnis aus dem Vorjahr erreichen wird", berichtete Spartenobmann Erwin Pellet. Er bezog sich auf Daten aus einer Umfrage der KMU Forschung im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien. Die Gründe für den Rückgang liegen demnach zum einen an der abgeschwächten Konjunktur und der damit zusammenhängenden zurückhaltenden Konsumentwicklung.

Wandel des Einkaufsverhaltens

Aber auch ein Wandel des Einkaufsverhaltens wurde konstatiert. So werden immer mehr Gutscheine erworben, die erst im Jänner eingelöst werden (und erst dann in der Statistik aufscheinen, Anm.). Außerdem werden laut Wiener Handel Weihnachtsgeschenke immer früher gekauft: 22 Prozent der Schenker haben heuer bereits im Oktober einzelne Präsente besorgt, bis Ende November haben 35 Prozent ihre Weihnachtseinkäufe sogar schon abgeschlossen. Um dem zu entsprechen, soll das Umfragedesign im nächsten Jahr adaptiert werden, hieß es.

Acht Packerl im Schnitt

Laut der Befragung werden rund neun von zehn Wienern ab 15 Jahren Geschenke besorgen. Im Schnitt werden acht Packerl unter den Christbaum gelegt. Das ist um eines mehr als im letzten Jahr. Was bedeutet: Es werden heuer mehr, aber dafür günstigere Gaben ausgefolgt. Die finanziellen Aufwendungen liegen durchschnittlich bei 350 Euro pro Person. Frauen geben mit 340 Euro etwas weniger aus als Männer (360 Euro). Am ausgabefreudigsten ist mit rund 430 Euro die Altersgruppe der 40-49-Jährigen.

Große Bedeutung hat das Weihnachtsgeschäft vor allem für Juweliere und Spielzeughändler - diese beiden Branchen erwirtschaften laut Kammer zu Weihnachten je 12 Prozent ihres Jahresumsatzes. Der Elektroeinzelhandel und der Papier- bzw. Buchhandel machen im Zusammenhang mit dem großen Fest immerhin noch 6 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Mehr Zeit eingeplant

Gegenüber dem Vorjahr planen die Wiener wieder mehr Zeit für den Geschenkeinkauf ein, der Anteil der Spontankäufer sinkt leicht. 18 Prozent nehmen sich viel Zeit für den Shopping-Bummel und planen diesen schon lange im Voraus. Mehr als ein Viertel der Schenker verwendet auch viel Zeit darauf, die Wünsche des Beschenkten gefinkelt über Umwege zu erfahren. 17 Prozent fragen hingegen gleich direkt, was sich ihre Liebsten wünschen. 19 Prozent entscheiden spontan im Geschäft, welches Geschenk es werden soll.

In Summe wird das Christkind in Wien rund 10 Mio. Weihnachtspackerl bringen. Bücher werden auch in diesem Jahr am häufigsten unter dem Christbaum liegen - 56 Prozent der Schenker werden sich dafür entscheiden. Auch Bekleidung, Spielwaren, Elektronikgeräte und Kosmetika sind gefragt wie eh und je. Stark im Kommen sind laut Umfrage Tickets bzw. Einladungen für Unterhaltungs- und Kulturveranstaltungen.

Kommentare

Auch der Materialismus findet seine Grenzen, und wirtschaftliche und soziale Probleme lassen die Menschen schön langsam wieder bewußt werden dass es wertvollere Geschenke gibt als jene die man mit Geld kaufen kann.

waldhexe0205 melden

Ich sehe es so, dass man ja eh schon fast alles hat, was man braucht und auch das meiste, was man haben möchte. Jede noch so "arme" Familie hat Handys, Fernseher, PC, meist auch ein oder 2 Autos. Die Kleiderschränke quillen über, Kinder bekommen das ganze Jahr über Süssigkeiten und Spielsachen. Warum soll man also gerade zu Weihnachten noch alles mögliche kaufen, was man eh nicht braucht.

wintersun melden

Ich kenne genug Leute die sehr hart arbeiten müssen und trotzdem nicht so verschwenderisch leben können wie Sie es hier beschreiben.

Die freuen sich zu Weihnachten garantiert über ein paar nette Geschenke.

christian95 melden

Dank der Politik von SPÖ+ÖVP werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. In Österreich sind schon über 1,3 Mio Arm bzw. armutsgefährdet.
Wir verdienen nichts anderes, denn wir wählen dafür sie zum Dank immer wieder.

christian95 melden

Seit 2008 kürzen uns SPÖ+ÖVP die Sozialleistungen, bekämpfen Krisen und sanieren mehr oder weniger erfolglos die Haushalte.
Weiterhin keine Verwaltungsreform, Bildungsreform, Pensionsreform, Heeresreform, Staatsreform....
Das kleine Österreich leistet sich weiterhin gleich 92 Regierungsmitglieder.....

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